Apothekennews

So klappt es mit der Konzentration

Gedanken schweifen ständig ab?

Ob im Homeoffice oder im Büro: Jeder kennt Phasen, in denen die Gedanken abschweifen und konzentriertes Arbeiten kaum möglich ist. Zum Glück stecken nur selten unerkannte Erkrankungen hinter Nervosität und Konzentrationsmangel. Viel häufiger ist das Problem hausgemacht: Die Ursachen reichen von äußerer Ablenkung über Wassermangel bis hin zu Schlafdefizit. Auch Medikamente können als Nebenwirkung an der Konzentration nagen. Lesen Sie, was Konzentrationsdefizite auslöst und wie Sie äußeren Ablenkungen und inneren Störfaktoren am besten gegensteuern können.

Fehlende Strukturen

Vor allem Schreibtischtäter im Homeoffice können ein Lied davon singen: Statt zielstrebig ans Werk zu schreiten, verplempert man die Zeit erstmal mit arbeitsfremden Tätigkeiten wie nach der Wettervorhersage zu schauen, überflüssige E-Mails zu lesen oder im Internet zu surfen. Auch im Büro machen es Ablenkungen oft schwer, den Arbeitstag schwung- und planvoll anzugehen. Wer regelmäßig mit Konzentrationsproblemen zu kämpfen hat, sollte deshalb zunächst die eigenen Arbeitsstrukturen und sein Arbeitsumfeld unter die Lupe nehmen. Oft lässt sich hier einiges umgestalten, um Ablenkungen zu reduzieren und die Konzentration zu fördern. Folgende Tipps helfen dabei:

  • Richten Sie sich einen festen Arbeitsbereich mit möglichst wenig Ablenkungen ein.
  • Legen Sie Arbeitszeiten und Pausen fest und halten Sie sich daran.
  • Tragen Sie bequeme Kleidung, aber keinen Schlabberlook.
  • Familie und Freunde müssen Ihre Arbeitszeit respektieren. Vermeiden Sie spontane Unterbrechungen oder Besuche.
  • Deaktivieren Sie an Handy und PC die automatischen Benachrichtigungen bei Mail- oder Nachrichteneingang. Akustische und optische Signale stören die Konzentration erheblich.
  • Legen Sie feste Zeiten fest, an denen Sie in Ihre Mailbox schauen.
  • Meiden Sie hohe Raumtemperaturen, lüften Sie regelmäßig.
  • Räumen Sie am Ende des Arbeitstags Ihren Arbeitsplatz auf und bestimmen Sie, womit Sie am nächsten Tag beginnen wollen.
  • Meiden Sie zu viel Kaffee und Cola, diese Getränke machen zwar wach, aber auch nervös. Trinken Sie keinen Alkohol während der Arbeit und verzichten Sie aufs Rauchen.
  • Vermeiden Sie Dauerberieselung mit Musik. Wird das Gehirn zu vielen Reizen ausgesetzt, leidet die Konzentration.

Liegt´s am Schlafdefizit?

Neben den vielfältigen äußeren Ablenkungen können allerhand innere Faktoren die Konzentrationsfähigkeit negativ beeinflussen. Dazu gehört vor allem Schlafmangel. Wer nicht ausreichend schläft, ist müde und kann sich deshalb tagsüber schlecht konzentrieren. Für einen besseren Schlaf sorgt eine gute Schlafhygiene mit regelmäßigen Schlafzeiten, Einschlafritualen und dem Vermeiden üppiger Mahlzeiten, Alkohol und Koffein am Abend (mehr dazu in unserem Ratgeber „Gute Tipps für guten Schlaf “).

Zusätzlich können rezeptfreie Schlafmittel aus der Apotheke helfen, etwa Diphenhydramin (zum Beispiel Betadorm®-D oder Vivinox® Sleep Schlafdragees) oder Doxylamin (zum Beispiel SchlafTabs-ratiopharm® oder Valocordin®-Doxylamin). Damit es morgens nicht zu Konzentrationsschwierigkeiten durch einen Hangover kommt, müssen die Wirkstoffe mindestens 8 Stunden vor dem geplanten Wiederaufstehen geschluckt werden. Wer länger als 4 Wochen unter Schlafproblemen leidet, sollte aber unbedingt einen Arzt aufsuchen. Falls dieser Benzodiazepine verordnet, ist bei der Einnahme ebenfalls die jeweilige Wirkdauer zu berücksichtigen, um am nächsten Morgen frisch und munter zu sein.

Hinweis: Nehmen Sie Benzodiazepine „direkt auf der Bettkante“ ein. Diese Schlafmittel wirken sehr schnell und haben eine muskelentspannende Wirkung, die zu Stürzen führen können. Antihistaminika brauchen mehr Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten. Sie sind deshalb etwa 1 Stunde vor dem Schlafengehen einzunehmen.

Wasser ist das A und O

Wer gut strukturiert ist, ausreichend schläft und trotzdem Probleme mit der Konzentrationsfähigkeit hat, nimmt vielleicht tagsüber nicht ausreichend Flüssigkeit zu sich. Denn unter Wassermangel leidet vor allem das Gehirn: Für die gleiche Leistung müssen ausgetrocknete Gehirnzellen mehr arbeiten als gut bewässerte — was müde macht und die Konzentrationsfähigkeit verschlechtert. Es gilt also, das Gehirn dauerhaft mit genügend Flüssigkeit zu versorgen. Dafür ist regelmäßiges Trinken besser, als auf den Durst zu warten. Pro 10 Kilogramm Körpergewicht werden etwa 300 ml Flüssigkeit empfohlen, bei einem 70-Kilo-Menschen sind das ungefähr 2 Liter Flüssigkeit am Tag. Wasser, Tee oder stark verdünnte Säfte sind für die Flüssigkeitsaufnahme besonders vorteilhaft.

Ebenfalls schädlich für die Konzentrationsleistung ist ein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen. Eine ausgewogene, gesunde Ernährung ist deshalb auch für das Gehirn unabdingbar. Vor allem Eisen, Magnesium und Vitamin B12 gelten als wichtig für die Konzentration und sollten, sofern ein Mangel vorliegt, mit Nahrungsergänzungsmitteln zugeführt werden.

Tipp: Nicht nur Wassermangel, auch ein Mangel an Kalorien kann an der Konzentration nagen. Legen Sie sich ein paar Nüsse (z. B. auch Studentenfutter) oder einen kleinen Energieriegel in die Nähe, um etwaigen Hunger bis zur nächsten Mahlzeit zu überbrücken. Damit vermeiden Sie auch den störenden — ablenkenden — Gang zum Kühlschrank.

Pausen, Öle, Powernap

Wahre Konzentrations-Killer sind zudem fehlende Pausen. Spätestens nach vier bis fünf Stunden sitzender Tätigkeit ist es Zeit für Bewegung: Ob Hausarbeit, Joggen, ein Spaziergang mit dem Hund oder leichte Gymnastik: Kommt der Körper in Schwung, erholt sich auch das Gehirn wieder. Manche Menschen profitieren vom sogenannten Powernap, einem 15 bis 20minütigen Mittagsschlaf. Um den Nachmittag nicht gleich mit zu verschlafen, sollte man zur Sicherheit einen Wecker stellen.

Aus der Natur gibt es ebenfalls Hilfsmittel gegen Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. So sollen ätherische Öle wie Lavendel, Bergamotte und Rosmarin in Duftlampen oder als Räucherstäbchen eine aufmunternde Wirkung verbreiten. Als kosmetische Öle kann man sie auch verdünnt auf die Schläfen auftragen. Extrakte aus Ginseng (zum Beispiel Roter Ginseng Extrakt Kapseln oder Ginseng IL HWA Hartkapseln) und Gingko (zum Beispiel Tebonin® intens 120 mg oder Doppelherz Ginkgo 240 mg system) werden traditionell zur Einnahme gegen Konzentrationsstörungen und leichte Erschöpfungszustände empfohlen. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten, welches Präparat speziell für Sie geeignet ist.

Tipp: Ohrmassagen machen munter: Reiben Sie Ihre Ohrmuscheln eine Minute lang kräftig mit den Fingerspitzen und streichen Sie die Ohrmuscheln zu den Ohrläppchen aus. Die dadurch verbesserte Durchblutung soll auch die Konzentrationsfähigkeit fördern.

Eine Frage der Brille …

Anstrengend für das Gehirn ist es auch, wenn die Brille nicht mehr stimmt oder eine Fehlsichtigkeit unerkannt ist und deshalb gar nicht korrigiert wird. Wer als Brillen- oder Kontaktlinsenträger bei der Schreibtischarbeit schnell müde und unkonzentriert wird, sollte die Sehstärke kontrollieren lassen. Im fortgeschrittenen Alter entwickelt sich auch bei vorher Normalsichtigen oft eine Alterssichtigkeit, die das Sehen in der Nähe verschlechtert und damit die Konzentration beim Arbeiten an Schreibtisch und Bildschirm erschwert. Hier verschafft eine Lesebrille Abhilfe. Da die Alterssichtigkeit in Schüben voranschreitet, sind regelmäßige Anpassung der Brillengläser oder Kontaktlinsen vonnöten.

Tipp: Besonders praktische Brillen für die Arbeit an PC und Schreibtisch sind Gleitsichtbrillen, die 3 Bereiche abdecken: Die unmittelbare Lesenähe, die Distanz zum Bildschirm und einen zusätzlichen Bereich im Abstand von etwa 2 bis 3 Metern.

Nebenwirkung: Konzentrationsschwäche

Auf der Suche nach der Ursache für Konzentrationsstörungen ist auch ein Blick auf verordnete Medikamente hilfreich. Denn eine ganze Reihe von Wirkstoffen schadet der Konzentrationsfähigkeit: Die einen dämpfen das Gehirn, andere führen zu Nervosität, Reizbarkeit oder innerer Unruhe. Wer also regelmäßig Medikamente einnimmt und unter Konzentrationsstörungen leidet, sollte mit seinem Arzt besprechen, ob es nicht vielleicht an einem der verordneten Wirkstoffe liegt. Eventuell lässt sich das Präparat gegen ein anderes austauschen. Manchmal hilft auch schon, den Einnahmezeitpunkt zu verschieben, wenn möglich zum Beispiel ein dämpfendes Präparat eher abends, ein aktivierendes eher morgens einzunehmen.

Wirkstoffe, die eher müde machen und zu Schläfrigkeit und Dämpfung führen sind beispielsweise

  • Antiallergika wie Azelastin (zum Beispiel Allergodil®) oder Desloratadin (zum Beispiel Aerius®)
  • Antidepressiva wie Mirtazapin, zum Beipiel Remergil®
  • Blutdruckmittel wie Losartan (zum Beispiel Lorzaar®) oder Enalapril (zum Beispiel Xanef®)
  • Raucherentwöhnungsmittel wie Vareniclin (zum Beispiel Champix®).

Wirkstoffe, die zu Nervosität, Unruhe und Reizbarkeit führen können:

  • Antibiotika wie Ciprofloxacin (zum Beispiel Ciprobay®)
  • Antidepressiva wie Citalopram (zum Beispiel Citalon®)
  • Blutdruckmittel wie Ramipril (zum Beispiel Delix®)
  • Kortison wie Beclometason (zum Beispiel Beclomet Easyhaler®)
  • Schilddrüsenhormone wie Levothyroxin (zum Beispiel Euthyrox®).

Steckt doch eine Krankheit dahinter?

Auch viele Erkrankungen haben einen Einfluss auf das Gehirn und seine Fähigkeit, sich zu konzentrieren. Besonders typisch und oft unerkannt sind Fehlfunktionen der Schilddrüse. Sowohl Unter- als auch Überfunktion können die Konzentration stören. Bei der Überfunktion funken hormonbedingt Unruhe, Nervosität und Hyperaktivität dazwischen, fehlende Schilddrüsenhormone erschweren das Denken durch Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. Der Verdacht auf eine Schilddrüsenfehlfunktion wird durch weitere Beschwerden erhärtet (Durchfall, Schwitzen, Herzrasen und Wärmeempfindlichkeit bei Überfunktion, Verstopfung, Kälteempfindlichkeit, Depression bei Unterfunktion) und muss dringend vom Arzt abgeklärt werden.

Hinweis: Auch Restless legs verursachen Schlafstörungen und können tagsüber zu Problemen mit der Konzentration führen. Nehmen Sie Beschwerden wie nächtliches Kribbeln und Hitzegefühl in den Beinen nicht auf die leichte Schulter, sondern lassen Sie sich gründlich von Ihrem Hausarzt untersuchen.

ADHS quält auch Erwachsene

Eine klassische Konzentrations-Krankheit ist das für das Kindesalter typische Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätssyndrom ADHS. Doch ADHS trifft auch 2 bis 3 von 100 Erwachsenen. Viele davon tragen die Diagnose seit dem Kindesalter mit sich, bei manchen ist die Erkrankung unerkannt. Im Gegensatz zu ADHS-Kindern kommt es bei Erwachsenen eher zu innerer Unruhe und Fahrigkeit als zu einer gesteigerten körperlichen Aktivität. Ihre Konzentrationsfähigkeit ist zwar häufig besser als beim kindlichen ADHS, meist jedoch deutlich geringer als bei gesunden Erwachsenen. Diagnose und Therapie eines ADHS im Erwachsenenalter gehören in die Hände eines Facharztes; die Behandlung besteht aus Medikamenten wie Methylphenidat (zum Beispiel Ritalin®Adult) und Psychoedukation, also einer gründlichen Aufklärung über die Erkrankung und die Vermittlung von Strategien zu ihrer Bewältigung.

Daneben gibt es zahlreiche weitere Erkrankungen, die vermehrte Müdigkeit auslösen und dadurch die Konzentrationsfähigkeit beeinflussen. Dazu gehören beispielsweise die Herzschwäche, Krebserkrankungen, Depression und Nieren- und Lebererkrankungen. Auch Infektionen schwächen den Körper manchmal so sehr, dass der Betroffene schlapp und müde ist und sich einfach nicht konzentrieren kann. Bei fachgerechter Therapie der Grunderkrankung bessern sich Müdigkeit und Konzentrationsstörungen häufig, unterstützend wirken zudem die oben genannten nicht-medizinischen Maßnahmen.

Quelle: Claudia Bruhn, DAZ 2020, Nr. 21, S. 48


Nahrungsergänzung im Blick: Goji-Beeren

Sinn oder Unsinn?

Goji-Beeren werden in der traditionellen chinesischen Medizin seit langem als Heilmittel zur Stärkung des Körpers eingesetzt. Auch in Deutschland werden die kleinen roten Beeren immer beliebter. Doch was kann das „Superfood“ wirklich?  

Superfood gegen oxidativen Stress

Glaubt man der Werbung, sind Goji-Beeren vollgepackt mit Wirkstoffen, die das Altern aufhalten und Entzündungen abschwächen. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe verrät: Die Beeren enthalten tatsächlich sehr viele Nährstoffe. Darunter sind große Mengen an Vitamin A, Kalzium, Eisen und Protein. Bekannt ist die Goji-Beere aber vor allem für den hohen Gehalt an Vitamin C, Zeaxanthin und Lutein, sogenannten Antioxidantien. Diese schützen Zellen, vor Stress, der wiederum Entzündungen auslöst, etwa am Auge oder im Herz-Kreislauf-System. Ob Goji-Beeren jedoch tatsächlich zur Behandlung von Krankheiten wie Bluthochdruck oder der altersbedingten Makuladegeneration eingesetzt werden können, ist noch nicht bewiesen und wird weiter erforscht.

Kehrseite der Medaille

Auch wenn in den kleinen Früchten viel Potenzial steckt, warnt die Verbraucherzentrale vor übermäßigem Verzehr. Die wichtigsten Gründe dafür sind:

  • In den Goji-Beeren verstecken sich auch weniger gesunde Inhaltsstoffe. Zum Beispiel ist knapp die Hälfte des Gewichts der getrockneten Früchte Zucker. Um den täglichen Mineralstoff- und Vitaminbedarf zu decken, sind Produkte aus Goji-Beeren also eher nicht geeignet.

  • Wer Blutverdünner einnimmt, sollte von Goji-Beeren lieber die Finger lassen. Sie verstärken nämlich die Wirkung von gerinnungshemmenden Vitamin-K-Antagonisten und damit das Risiko für gefährliche Blutungen.

  • Die Zusatzstoffe vieler Nahrungsergänzungsmittel mit Goji-Beeren sind oft nicht angegeben. Kaufen Sie also nur bei vertrauenswürdigen Händlern ein, um unerwünschte Wechselwirkungen zu vermeiden.

  • Goji-Beeren werden oft aus aller Welt eingeflogen, die Anbaustandards variieren also stark. Labore finden deshalb immer wieder Pestizide, Schmermetalle oder Schimmelpilze in den Früchten. Goji-Beeren aus Bio-Anbau enthalten hingegen weniger gesundheitsschädliche Pestizide als die konventionell angebauten Beeren. Wer ganz sicher gehen will, kann die Goji-Beeren selbst anpflanzen. Der Bocksdorn-Strauch wächst auch in Europa sehr gut.

Mehr Informationen über Goji-Beeren und ihre Inhaltsstoffe erhalten Sie in der Kategorie „Nahrungsergänzungsmittel".

Quellen: Verbraucherzentrale, Bundesinstitut für Risikobewertung, U.S Department of Agriculture, CVUA Stuttgart, Rehak et al. 2008, EFSA


Wieviel Ei darfs sein pro Tag?

Ewige Diskussionen ums Cholesterin

Ob weichgekocht, im Pfannkuchen oder als Mayonnaise — vor Eiern wird wegen ihres hohen Cholesteringehalts immer wieder gewarnt. Zu Recht oder zu Unrecht? Eine neue Analyse will endlich Schluss mit der Diskussion rund ums Ei machen.

300 mg Cholesterin im Dotter

Cholesterin ist ein lebenswichtiger Baustein für die Zellwände. Doch wenn zuviel davon im Blut kursiert, droht eine Arteriosklerose samt gefährlicher Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Weil Cholesterin auch mit der Nahrung aufgenommen wird, liegt der Gedanke nah, bei hohen Cholesterinwerten die Zufuhr zu drosseln. Jahrzehntelang war dabei auch das Ei im Visier: Immerhin stecken im Dotter eines großen Hühnereis etwa 300 mg Cholesterin.

Über 200 000 Probanden

Doch nun geben Wissenschaftler (erneut) Entwarnung: Ein Ei täglich erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht. Für diese Erkenntnis wurden die Daten von mehr als 215 000 Probanden zwischen den Jahren 1980 und 2013 gesichtet. Insgesamt ereigneten sich 9010 Herzinfarkte und 5903 Schlaganfälle, die Mehrzahl der Teilnehmer aß bis zu 5 Eiern pro Woche. Bei der Analyse der Daten zeigte sich, dass der Verzehr von einem Ei täglich keinen Einfluss auf die Entwicklung von Herzinfarkt oder Schlaganfall hatte, wobei das Ergebnis auch bei Berücksichtigung Herz-Kreislauf-bezogener Risikofaktoren wie Rauchen und Bluthochdruck bestehen blieb.

Lieber bei Speck und Wurst sparen

Für Experten ist das keine große Überraschung. Den größten Teil des gefährlichen Cholesterins bildet der Körper aus gesättigten Fetten selbst. Der Einfluss des Cholesterins aus der Nahrung ist daher gering. Auch diese Analyse unterstreicht, dass ein Ei täglich für den Cholesterinspiegel kaum ins Gewicht fällt. In puncto Cholesterinwert bringt es deshalb mehr, sich bei Lebensmitteln mit reichlich gesättigten Fettsäuren zurückzuhalten — wie etwa bei Speck, fettem Fleisch, Milchprodukten mit hohem Fettgehalt, Fertiggerichten und süßem Gebäck.

Bio-Ei: Gut für Henne und Menschen

Nicht vergessen werden darf bei der Diskussion ums Ei, wie gesund es ist. Dient es doch als Lieferant von wertvollen Proteinen, Eisen, Phospholipiden und Karotinoiden. Dabei sollte man nicht nur das eigene, sondern auch das Wohl der eierlegenden Produzentinnen im Blick behalten und beim Eierkauf ausschließlich zu Bio-Eiern greifen. Denn hier gelten die strengsten Regeln sowohl für die Fütterung als auch für die artgerechte Haltung. Erkennbar ist das am Code, der auf jedes Ei gedruckt ist: Die 0 vor dem Kürzel für das Herstellerland (z. B. DE für Deutschland) steht für Bio, d.h. ökologische Haltung. Hier wohnen die Hennen in offenen Ställen mit Sitzstangen und Auslauf, haben den meisten Platz, bekommen die Schnäbel nicht systematisch gekürzt und werden mit wertvollem, gesundem ökologisch angebautem Futter versorgt.

Quelle: Springer Medizin


Was die Motorik bei Kindern fördert

Unsicher und ungeschickt?

Die motorische Entwicklung im Kleinkindalter verläuft oft sehr unterschiedlich: Während die einen schon früh laufen, klettern und hüpfen, stolpern Gleichaltrige noch über jedes Hindernis. Worauf müssen Eltern achten, um eine gestörte Entwicklung früh zu erkennen?

Großes Lernpensum schon vor der Schule

Kleine Kinder haben im Laufe ihrer ersten sechs Lebensjahre ein gewaltiges Lernpensum. Um das Laufen, Hüpfen, Klettern und die Feinheiten des Greifens zu erlernen, muss ein ganzes Bataillon von Nervenzellen unermüdlich miteinander kommunizieren und funktionieren. Die Geschwindigkeit, in der Bewegungen und Koordination gelernt werden, sind individuell verschieden. Manche Kinder haben aber auch generell Probleme mit der Entwicklung ihrer Grob- und Feinmotorik und wirken unsicher und ungeschickt.

Von Klettern bis Kleben …

Unsicherheiten im Bewegungsverhalten zeigen sich darin, dass ein Kind nur langsam laufen und hüpfen lernt, im Vergleich mit Gleichaltrigen deutliche Probleme z. B. beim Treppensteigen hat und ungeschickt beim Balancieren ist. Andere haben dagegen Schwierigkeiten, ihre Arme, Hände und Finger zu koordinieren. Hinweise darauf sind:

  • Häufiges Fallenlassen von Dingen.
  • Probleme, das Binden von Schleifen oder das Auf- und Zuknöpfen zu erlernen.
  • Probleme beim Werfen und Fangen eines Balles.
  • Schwierigkeiten beim Basteln, Malen, Kleben, Schneiden oder dem Zusammenlegen von Puzzeln.

Störungen der motorischen Entwicklung können weitreichende Folgen haben. Die Kinder werden ängstlich und unsicher, entwickeln weniger Selbstwertgefühl und haben oft größere Probleme, in der Schule mitzukommen. Deshalb ist es wichtig, schon kleine Auffälligkeiten nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und beim Kinderarzt anzusprechen.

Loben statt schimpfen

Ob das Kind eine spezielle Förderung benötigt, entscheiden der Kinderarzt und eventuell hinzugezogene Fachleute. Oft machen Eltern sich unnötig Sorgen und die beobachteten „Störungen“ liegen noch innerhalb der ohnehin weiten Bandbreite der kindlichen Entwicklung. In jedem Fall können Eltern aber die motorische Entwicklung ihrer Kinder mit einfachen Maßnahmen unterstützen:

  • Viel bewegen, sowohl drinnen als auch draußen an der frischen Luft. Gemeinsam Sport treiben, regelmäßig Sport- und Spielgruppen aufsuchen.
  • Sich mit dem Kind beschäftigen und Verständnis für mögliche Probleme zeigen, nicht schimpfen.
  • Auf die Fähigkeiten konzentrieren, die das Kind schon erlernt hat. Immer wieder seine Stärken loben, damit das Selbstwertgefühl des Kindes wächst.
  • Nicht zu sehr beschützen! Kinder müssen Bewegungen ausprobieren können, auch wenn sie hinfallen.
  • Alle Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen, auch die U8 und die U9 vor Schulbeginn.

Quelle: www.kindergesundheit-info.de


Entspannung für Pflegende

Eigene Bedürfnisse nicht vergessen

Sie ist keine Nebentätigkeit, sondern wird schnell zur 24-Stunden-Schicht – die Betreuung kranker Angehöriger. Doch nur wer bewusst Augenblicke der Entspannung einplant, ist den Anforderungen langfristig gewachsen.

Zeit zur Entspannung einplanen

Im kräftezehrenden Alltag verlieren Pflegende schnell ihre eignen Bedürfnisse aus den Augen. „Das ist fatal, denn für die Pflege benötigt man viel Stärke, und die Zeit, um diese zu schöpfen, muss man sich unbedingt nehmen“, warnt Andrea Jakob-Pannier, Psychologin bei der BARMER.
„Nur von den Reserven zu leben, geht nicht lange gut“, mahnt Jakob-Pannier. Stattdessen empfiehlt sie, kurze Pausen in die tägliche Pflegeroutine einzuplanen – zum Beispiel, wenn der Pflegebedürftige schläft. Bereits kleine Unterbrechungen spenden Kraft und frische Impulse. „Ideal ist es, wenn die Pause tatsächlich von Ruhe und Stille geprägt ist“, erklärt Jakob-Pannier. „Das gelingt am besten durch einfaches Nichtstun.“

Hobbies weiterpflegen

Wer kranke Angehörige betreut, hat zumeist keine Zeit für Hobbies. Doch diese ganz persönlichen Kraftquellen sind notwendig, dass sich der Pflegende nicht selbst verliert. „Hobbys tragen enorm zur Entspannung bei, was wiederum zu Stressabbau und Ausgeglichenheit führt“, berichtet Jakob-Pannier. „Pflegende Angehörige sollten sich diese Auszeit daher bewusst gönnen.“

Erfolge in den Vordergrund stellen

Am Ende des Tages erinnern sich Pflegende häufig an Misserfolge und Versäumnisse. Jakob-Pannier ermutigt dazu, die eigenen Stärken in den Vordergrund zu stellen, sich auf positive Erlebnisse zu konzentrieren und ruhig auch einmal selbst zu loben.

Hilfe für Pflegende

Mehr Zeit für Entspannung und Hobbies finden Pflegende dank dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz. Die seit 2016 geltende Gesetzesänderung erhöht neben dem Pflegegeld auch die Zuschüsse für Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflege. Damit sichert sie den Pflegenden die wichtigste Kraftressource: Zeit.

Quelle: Barmer GEK


Laufen lernen ohne Schuhe

Barfuß für eine gesunde Entwicklung

Während rund 60 Prozent aller Erwachsenen an Fuß- und Haltungsschäden leiden, haben Babys und Kleinkinder fast durchweg noch gesunde Füße. Problematisch wird es, wenn sie Schuhe zu früh und in der falschen Größe tragen.

Schuhe erst dann nötig, wenn sich Kinder draußen bewegen

Babyfüße mögen klein und zerbrechlich aussehen. Doch schon früh eignen sie sich für Belastungen wie das Laufenlernen. Das klappt am besten ganz ohne Stützmittel wie sogenannte „Lauflernschuhe“ – diese behindern sogar die gesunde Entwicklung der Füße, meint Kinder- und Jugendarzt Dr. Berthold Koletzko: „Schuhe hindern die Füße am Tasten und Greifen. Dadurch bleiben dem Kind wichtige sensorische Reize und Empfindungen und damit zusätzliche Wahrnehmungsimpulse für sein Gehirn vorenthalten. Schuhe braucht der Mensch nur zum Schutz gegen Kälte, Hitze und Verletzungen“.
Schuhe sind laut Koletzko erst angebracht, wenn ein Kind auch draußen auf eigenen Beinen vorankommen möchte. Hier bieten sich Kindern noch mehr Möglichkeiten als daheim, ihre motorischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln: „Das Laufen über Unebenheiten kräftigt die Muskulatur, festigt das Knochengerüst, trainiert die Gleichgewichtsempfindung und macht damit den Gang sicherer“, erklärt der Mediziner.

Problematisch: falsche Schuhgröße

Wichtig ist das passende Schuhwerk für die Kleinen: Die Schuhe müssen biegsam sein und die passende Größe haben – sich also dem Fuß anpassen. Einlagen oder besonders festes Schuhwerk sind dagegen oft hinderlich. Besonders problematisch: Laut einer aktuellen Erhebung laufen über 40 Prozent aller Kinder in zu großen Schuhen herum. Ein möglicher Grund ist, dass Eltern versuchen, während des schnellen Wachstums der Kleinkindfüße eine Schuhgröße einzusparen. Allerdings bedeuten zu große Schuhe eine höhere Gelenkbelastung und einen möglicherweise veränderten Gang. Eltern sollten daher regelmäßig Schuhe in der passenden Größe nachkaufen.

Quelle: Stiftung Kindergesundheit


Weniger kurzsichtig dank Kontaktlinsen

Bifokale Linsen bei Kindern

Jedes zweite Kind in Europa entwickelt eine Kurzsichtigkeit – in Asien sind sogar 90 Prozent von der Fehlsichtigkeit betroffen. Amerikanische Forscher untersuchten nun, ob das Tragen von weichen bifokalen Kontaktlinsen das Fortschreiten einer Kurzsichtigkeit im Kindesalter verlangsamt.

Wachsender Augapfel

Scharfes Sehen ist nur möglich, wenn das Auge das einfallende Licht korrekt bricht. Der Brennpunkt der Sehstrahlen liegt dann genau auf der Netzhaut. Eine Voraussetzung dafür ist, dass der Augapfel die richtige Länge hat. Und die muss er erst einmal erreichen: Denn kommt ein Säugling auf die Welt, ist der Augapfel zunächst zu kurz. Mit zunehmendem Alter wächst der Augapfel – und zwar solange, bis das Auge sowohl in der Ferne als auch in der Weite scharf sieht. Dann stoppt das Wachstum aufgrund von verschiedenen Rückkopplungsmechanismen. Diese funktionieren in den Industriestaaten aber nicht mehr richtig. Gründe dafür gibt es mehrere, so das lange Fokussierungen auf den Nahbereich wie es beim ständigen Schauen auf das Smartphone oder Tablet üblich ist. Auch dass sich Kinder immer weniger im Freien aufhalten, wirkt sich negativ aus. Die Konsequenz: Der Augapfel wächst mehr als er sollte – was zur Kurzsichtigkeit führt.

Wachstumsreiz stoppen

In einigen Ländern wird bereits versucht, dem übermäßigen Wachstum entgegenzuwirken. So wurde beispielsweise chinesischen Kindern eine extra Schulstunde im Freien verordnet.
Einen technischeren Ansatz haben nun Forscher aus den USA untersucht: Das Tragen weicher, bifokaler Kontaktlinsen. Anders als bei normalen Kontaktlinsen wird nur ein Teil der Sehstrahlen direkt auf die Netzhaut geleitet, um die Kurzsichtigkeit zu korrigieren. Der andere Teil der Sehstrahlen wird auf einen Brennpunkt vor der Netzhaut gebündelt, er bleibt also unkorrigiert. Diese „falsch“ gebündelten Sehstrahlen scheinen ein entscheidender Reiz für den Augapfel zu sein, das Wachstum zu verlangsamen. Auch die Entwicklung der Kurzsichtigkeit verlangsamt sich so.

Forscher sprechen Empfehlung aus

Zwar hatten sich die Forscher einen noch größeren Effekt durch die bifokalen Linsen erhofft: Statt der angestrebten 0,65 Dioptrien Differenz erreichten die Forscher nur 0,45 Dioptrien. Dennoch reichen die Ergebnisse für die Wissenschaftler aus, um eine Empfehlung für das Tragen der Linsen auszusprechen. Damit sich das Tragen auszahlt, ist aber ein relativ starker Unterschied zwischen den beiden Sehstärken der Kontaktlinsen notwendig. Die besten Ergebnisse erzielten die Kinder, bei denen die sich Sehstärken der beiden Linsenbereiche um immerhin 2,5 Dioptrien unterschieden.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt


Bade-Licht-Therapie auf Kassenkosten

Jetzt auch für Neurodermitiker

Gute Nachrichten für Hautpatienten, die sich mit einem atopischen Ekzem quälen: Ab Oktober übernehmen die Krankenkassen bei mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis die Kosten für die Balneophototherapie.

Salz und Sonne — Balsam für die Haut

Hautpatienten profitieren oft von Bestrahlungen mit UV-Licht. Wird die Lichttherapie mit einer Badetherapie ergänzt, spricht man von einer Balneophototherapie. Seit Jahren setzt man diese Methode bei Patienten mit Schuppenflechte erfolgreich ein, die Kosten dafür übernehmen die Krankenkassen. Nun hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen, dass eine Form der Balneophototherapie jetzt auch für Neurodermitispatienten in den Leistungskatalog der Kassen aufgenommen wird: und zwar die Photo-Sole-Therapie mit Salz und Licht. Grundlage dafür waren Studien, bei denen diese Therapie eine bessere Wirkung auf Neurodermitishaut hatte als die „trockene“ Bestrahlung mit UV-Licht.

35 Mal baden auf Kasse

Die Photo-Sole-Therapie holt im Prinzip das Tote Meer in die Wanne einer Hautarztpraxis. Denn seit Langem ist bekannt, dass das Baden in diesem besonders salzreichen Wasser in Kombination mit dem natürlichen Sonnenlicht eine heilende Wirkung auf die von Schuppenflechte oder Neurodermitis geplagte Haut hat. In der Hautarztpraxis funktioniert das folgendermaßen: Der Patient liegt etwa 20 Minuten lang in einem Salzbad und wird gleichzeitig oder direkt danach mit UV-B-Licht bestrahlt. 3 bis 5 Mal pro Woche sollte er dafür in die Wanne steigen, insgesamt sind pro Behandlungszyklus bis zu 35 Anwendungen auf Kassenkosten möglich.

Wo gibt´s die Bade-Licht-Therapie?

Die Photo-Sole-Therapie ist nur bei Hautärzten möglich, die spezielle Kenntnisse für diese Behandlung nachweisen können. Auch müssen die passenden Geräte zur Ganzkörper-Rundum-Bestrahlung vorhanden sein. Welche Hautärzte Balneophototherapien anbieten, hat der Bundesverband der Deutschen Dermatologen auf einer laufend aktualisierten Liste zum Herunterladen zusammengestellt.

Quelle: Gemeinsamer Bundesausschuss


Richtig Radeln ohne Reue

Nacken, Rücken, Hände schonen

Fahrradfahren macht Spaß und hält fit. Doch gerade bei ungeübten Radlern stellen sich beim Radeln oft Rückenschmerzen und ein steifer Nacken ein. Alles eine Frage der Haltung, meinen Orthopäden der Asklepios-Kliniken und geben Tipps fürs gesunde Radeln.

Gelenkschonendes Fitness-Training

Radfahren wird in Zeiten von Corona-Einschränkungen immer beliebter. Drei von vier Deutschen steigen laut Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club regelmäßig auf ihr Bike. Kein Wunder, denn neben viel frischer Luft und staufreiem Vorwärtskommen bietet das Radeln einen weiteren großen Vorteil: Das Herz-Kreislauf-System wird trainiert —ohne die Gelenke zu belasten.

Ungeübte büßen Radtouren allerdings oft mit Nacken- oder Rückenschmerzen, eingeschlafenen Händen oder tauben Fingern. Mit diesen Tipps lassen sich diese unangenehmen Folgen vermeiden:

  • Richtig sitzen. Beim Ritt auf dem Drahtesel sollte der Oberkörper leicht nach vorne geneigt sein, der Schwerpunkt über den Pedalen liegen. Achtung, nicht zu weit nach vorn beugen: Dadurch werden Halswirbelsäule und Handgelenke überlastet, es drohen ein steifer Nacken und taube Finger. Wer schon Probleme mit dem Nacken hat, sitzt beim Fahren besser aufrecht statt nach vorne geneigt. Gut geeignet sind dafür klassische Holland-Räder.
  • Optimale Sattelhöhe. Ideal ist ein Winkel von 90° zwischen Armen und Rücken. Dazu muss nicht nur der Lenker, sondern auch der Sattel richtig eingestellt werden. Die Sattelhöhe ist passend, wenn die Ferse bei durchgestrecktem Bein das Pedal berührt und das Knie bei tiefster Pedal-Position leicht gebeugt ist.
  • Unterarm und Hand richtig halten. Hand und Unterarm sind am besten in einer geraden Linie zu halten, damit der im Karpaltunnel von Unterarm zur Hand verlaufende N. medianus nicht eingeengt wird. Bei Missempfindungen oder Kribbeln in den Fingern heißt es: Anhalten und Hände ausschütteln.
  • Niedrige Gänge vorziehen. Je schneller und leichter ein Gang zu treten ist, desto schonender ist das Radfahren für die Knie. Vor allem Radler mit Knieproblemen profitieren vom Radeln in den leichten Gängen. Starke Steigungen belasten die Knie hingegen stark. Wer seine Knie liebt, steigt am Berg besser ab und schiebt.
  • Pause machen. Regelmäßige Pausen mit Entspannungs- und Dehnübungen helfen, Nacken- und Kopfmuskulatur zu lockern und dadurch einem steifen Hals vorzubeugen. Wer viel mit dem Rennrad unterwegs ist, sollte zwischendurch eine aufrechte Haltung einnehmen und den Kopf in den Nacken legen.
  • Langsam anfangen. Vor allem Ungeübte sollten langsam anfangen und die Belastung behutsam steigern. Bei körperlichen Beschwerden ist die Einstellung des Rades zu prüfen. Stellen sich trotz richtiger Haltung immer wieder Probleme wie Nackenschmerzen oder taube Finger ein, ist es Zeit, einen Orthopäden um Rat zu fragen.
  • Schutzhelm aufsetzen. Nicht nur die richtige Sitzposition ist beim Radfahren wichtig — ein passender Helm gehört beim Radfahren immer dazu.

Quelle: obx medizin direkt


Stadt oder Land – wo verbreitet sich Corona?

Covid-19 in Stadt und Land

Volle U-Bahnen, Gedrängel in Fußgängerzonen, Party-Exzesse auf öffentlichen Plätzen. Die Vermutung liegt nahe, dass sich Covid-19 in der Stadt viel leichter verbreitet als auf dem Land. Eine Übersicht des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung zeigt nun: Der Unterschied ist kaum messbar.

Regionaler Überblick

Dass sich Covid-19 regional unterschiedlich schnell verbreitet, ist bekannt. So sind etwa die Fallzahlen in Mecklenburg-Vorpommern noch immer niedrig. Doch liegt das wirklich nur daran, dass die Bevölkerungsdichte dort geringer ist als in Ballungszentren? Nicht unbedingt, wie das Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung nun zeigt.

Dieses bietet auf einer neuen, öffentlich zugänglichen Internetseite einen schnellen Überblick über das regionale Corona-Geschehen. Ein Klick auf die Karte zeigt für jede Region wöchentlich aktualisierte Infektionszahlen. Eine Übersicht, die auch Epidemiologen interessante Erkenntnisse liefert.

Überraschende Erkenntnis

So zeigt ein Blick auf die Karte: Die Infektionszahlen in Stadt und Land unterscheiden sich nur minimal. Dabei lassen sich gerade in der Stadt optimale Verbreitungsbedingungen für das Virus vermuten: viele Einwohnern auf engem Raum, was gerade an gern besuchten Plätzen z. B. das Einhalten des empfohlenen Mindestabstands erschwert. Doch auch wenn in dünn besiedelten Regionen die Zahl der absolut erkrankten Personen geringer ist - die auf die Einwohnerzahlen gemittelten Ergebnisse sind beinahe identisch.

Kein Unterschied zwischen Stadt und Land?

Woran das liegt, ist bisher noch nicht ganz klar. Epidemiologen vermuten, dass die bisher geringen Infektionszahlen in der Gesamtbevölkerung dafür verantwortlich sind. Erst wenn ein höherer Prozentsatz der Bevölkerung infiziert ist, würden sich die Unterschiede stärker ausbilden.

Quellen: PTA aktuell, Dt. Ärzteblatt, Website des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung.


Hornhaut schützt Gelenke

Gesunder Schönheitsmakel

In der Sommerzeit sind für viele Sandalen- und FlipFlop-Träger gepflegte Füße ein absolutes Muss. Eine Studie aus Großbritannien zeigt nun aber: Gerade die ungeliebte Hornhaut an den Fußsohlen hat wahrscheinlich viele positive Effekte auf Knochen und Gelenke.

Hornhautdicke entspricht der Belastung

Wieviel Hornhaut sich an den Füßen entwickelt, hängt von der täglichen Belastung ab. Wer täglich barfuß läuft, hat eine bis zu 30% dickere und auch härtere Hornhautschicht als reine Schuhträger. Gebildet wird sie von hornbildenden Zellen, den Keratinozyten, die in ihrem Lebenszyklus von tieferen Hautschichten an der Oberfläche wandern, dort absterben und sich schließlich von der Haut lösen. Egal wie dick die Hornhaut schließlich ist – die Empfindlichkeit an den Füßen nimmt dennoch nicht ab, fanden Wissenschaftler der Harvard Universität in Cambridge in einer Studie mit 81 Kenianern und 11 US-Amerikanern heraus.

Mehr Stürze wegen gepolsterten Schuhen

Besonders interessierte sich das Forscherteam um Nicholas Holowka dafür, inwiefern sich die Hornhaut auf das Gehen auswirkt. Dafür wurde die Druckverteilung beim Gehen gemessen, indem die Studienteilnehmer über spezielle Laufbänder und Messplatten geschickt wurden. Das Ergebnis: während dicke, gepolsterte Sohlen das Kräfteverhältnis beim Gehen stark beeinflussen, hatte die Dicke der Hornhaut keine messbaren Effekte. Die Wissenschaftler schlussfolgerten daraus, dass gepolsterte Schuhe Gelenke und Skelett belasten und auch schneller zu Stürzen führen.

Lieber zu harten Sohlen greifen

Für die Wissenschaftler war das kein erstaunliches Ergebnis. Während gepolsterte Schuhe erst mit der industriellen Revolution Einzug in die Haushalte erhielten, diente die Hornhaut schon immer als natürlicher Schutz für die Füße. Anstatt zum radikalen Barfußläufer zu werden, gibt es aber noch andere Möglichkeiten, für einen gesunden, sicheren Gang zu sorgen. Schuhe sollten der Hornhaut nachempfunden und vor allem möglichst steif sein.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt


Nahrungsergänzung im Blick: Koenzym Q10

Sinn oder Unsinn?

Das Altern lässt sich nicht aufhalten – oder doch? Koenzym Q10 wird oft als Quelle der ewigen Jugend vermarktet. Was hinter dem Nahrungsergänzungsmittel steckt.

Kein Vitamin, kein Mineralstoff

Koenzym Q10 ist – anders als Mineralstoffe und Vitamine – kein essenzieller Nährstoff. Das bedeutet, dass es dem Körper nicht zugeführt werden muss, denn die Zellen produzieren das Molekül selbst. Dort entfaltet Koenzym Q10 seine Wirkung: Es hilft bei der Energiegewinnung und fängt schädliche Radikale ab. Gewebe mit sehr aktivem  Stoffwechsel, wie Herz oder Lunge, enthalten deshalb besonders viel Koenzym Q10. Zusätzlich zur körpereigenen Synthese wird Koenzym Q10 auch über die Nahrung aufgenommen. Vor allem in Fleisch und Eiern, aber auch in Pflanzenölen und Hülsenfrüchten ist das Molekül enthalten.

Gibt es einen Koenzym-Q10-Mangel?

Wissenschaftler streiten noch darüber, ob es einen Koenzym-Q10-Mangel gibt. Fest steht jedoch, dass die Konzentration im Blutplasma mit dem Alter abnimmt. Auch bei vielen Krankheiten, wie Asthma oder Niereninsuffizienz, enthält der Körper weniger Koenzym Q10 als üblich. Das hat viele Forscher auf die Idee gebracht, die typischen Alterskrankheiten, wie Fettstoffwechselstörung, Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck, mit einer Gabe von Koenzym Q10 zu behandeln. Das sind die Ergebnisse:

  • Bluthochdruck: Oft wurde vermutet, dass Koenzym Q10 den Blutdruck senkt. In qualitativ hochwertigen Studien konnte kein Effekt nachgewiesen werden.

  • Herzinsuffizienz: Viele Studien deuten darauf hin, dass Koenzym Q10 einem „schwachen Herz“ hilft. Doch auch hier sind weitere Studien nötig, um eine eindeutige Aussage treffen zu können.

  • Statin-Therapie: Wer lipidsenkende Statine einnimmt, läuft ebenfalls Gefahr, niedrige Koenzym-Q10-Spiegel im Blut zu haben. Möglich wäre, dass eine zusätzliche Koenzym-Q10-Zufuhr Muskelschäden vorbeugt, die durch Statine ausgelöst werden.

Noch können Wissenschaftler keine belastbaren Aussagen über den Nutzen von Koenzym Q treffen. Wann und wo Koenzym Q10 gezielt eingesetzt werden kann, müssen erst weitere Studien klären. Bis dahin gilt: Nicht übertreiben. Das Bundesinstitut für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat Nahrungsergänzungsmittel, die über 100 mg Koenzym Q10 enthalten, verboten. Denn auch hier gilt: Zu hohe Dosen schädigen den Körper.

Ob eine Nahrungsergänzung mit Koenzym Q10 für Sie sinnvoll ist, beantwortet Ihnen ihr Arzt oder Apotheker. Mehr Informationen über Koenzym Q10 Lebensmittel, in denen es enthalten ist, erhalten Sie in der Kategorie „Nahrungsergänzungsmittel".

Quellen:

Cochrane über Blutdrucksenkung und Herzinsuffizienz; Qu et al. 2018; Lei et al. 2017;Saller et al. 2006; Verbraucherzentrale


Was ist dran an den Kaffee-Mythen?

Von Wachmacher bis Krebserreger

Kaffee schmeckt, das ist für viele sicher. Doch bei der Frage, ob er schadet oder nutzt, scheiden sich die Geister. Nun haben Wissenschaftler einige der Mythen, die sich um Kaffee und Koffein ranken, unter die Lupe genommen.

Mit 500 Säcken fing es an

Der Siegeszug des Kaffees begann in Europa mit 500 Sack Kaffeebohnen, die die Türken 1683 bei ihrem Rückzug aus Wien zurückließen. Von dort aus erobert das exotische Gebräu den Rest der neuen Welt — und das, obwohl Kritiker schon früh vor dem Kaffee-Genuss warnten. Auch heute wechseln sich die Meldungen zu Kaffee ab, mal ist er gesund, mal wird er verteufelt. Was von den vielen Mythen zu halten ist, haben Ernährungswissenschaftler nun zusammengetragen:

  • „Kaffee schadet bei Bluthochdruck“. Das stimmt nicht: Kaffee treibt den Blutdruck nicht in die Höhe, wie Studien mit Hochdruck-Kranken zeigen. Koffein in anderen koffeinhaltigen Getränken führt dagegen durchaus zu einem Blutdruckanstieg. Ds liegt daran, dass die eigentlich blutdrucksteigernde Wirkung des Koffeins durch andere, im Kaffee vorhanden Substanzen (z. B. Chlorogensäure) ausgeglichen wird.
  • „Koffein gleicht Schlafmangel aus“. Koffein bindet an Adenosin-Rezeptoren, wodurch es kurzfristig die Müdigkeit reduziert und die Aufmerksamkeit steigert. Den Leistungsabfall nach einem längeren Schlafdefizit kann der morgendliche Koffeinkonsum allerdings nicht ausgleichen, betonen die Wissenschaftler. Ob er spät genossen den nächtlichen Schlaf stört, ist umstritten — hier scheint es erhebliche individuelle Unterschiede zu geben.
  • „Kaffee treibt das Cholesterin in die Höhe“. Das im Kaffee enthaltende Cafestol erhöht tatsächlich die LDL-Cholesterinwerte im Blut. Cafestol bleibt allerdings bei gefiltertem Kaffee zum größten Teil im Filter zurück. Nur bei ungefiltertem wie z. B. French Press Kaffee gelangt so viel Cafestol in das Getränk, dass die Blutfette beeinflusst werden. In einer Studie stieg bei Probanden, die mindestens 6 Tassen ungefilterten Kaffee tranken, das LDL-Cholesterin um knapp 18 mg/dl mehr an als bei den Filterkaffee-Trinkern.
  • „Kaffee macht Herzrhythmusstörungen“. Hier geben die Studien Entwarnung. Selbst bei herzkranken Patienten waren 6 Tassen Kaffee pro Tag unbedenklich für das Herz. Es gibt sogar Untersuchungen, bei denen sich das Trinken von 3 bis 5 Tassen Kaffee positiv auf das Herz-Kreislauf-Risiko auswirkte.
  • „Kaffee trocknet den Körper aus“. Tatsächlich stimuliert Koffein die Nierenfunktion an und erhöht die Urinausscheidung. Die Menge von bis zu 400 mg Koffein/Tag hat jedoch auf den Wasserhaushalt keine Auswirkung, fanden die Forscher heraus. Diese Menge ist in etwa 4 Tassen Filterkaffee oder 6 Tässchen Espresso enthalten (330 ml Coca-Cola enthalten etwa 33 und 250 ml Red Bull etwa 80 mg Koffein).
  • „Kaffee ist krebserregend“. Diese Meldung geisterte in den 90er Jahren durch die Presse. Heute geht man davon aus, dass Kaffeekonsum nicht krebserregend ist, sondern sogar eine gewisse Schutzwirkung haben soll. Es gibt Hinweise darauf, dass z. B. Brustkrebs, Prostatakrebs oder Melanome bei Kaffeetrinkern seltener auftreten.
  • „Ohne Kaffee lebt man länger“. Auch dies ist eine Weisheit aus dem letzten Jahrhundert. Aktuell gehen Experten davon aus, dass 2 bis 5 Tassen Filterkaffee täglich sogar eher länger leben lassen.
  • „Koffein ist harmlos“. Koffein in kleinen Mengen ist ungefährlich. Unerwünschte Wirkungen wie Angst, Unruhe, Nervosität, Aufregung und Schlaflosigkeit drohen Erwachsenen ab der Aufnahme von etwa 1,2 mg Koffein in kurzer Zeit. Tödlich wirken 10 bis 14 g — was etwa 75 bis 100 Tassen klassischen Kaffees entspricht. Bei koffeinhaltigen Energydrinks sieht die Sache anders aus, da sie gerne in großen Mengen genossen und mit Alkohol gemischt werden. Außerdem werden sie oft von Kindern und Jugendlichen konsumiert, die empfindlicher auf Koffein reagieren und schneller unerwünschte Wirkungen entwickeln.

Wieviel Kaffee darf´s denn sein?

Das Fazit der Autoren: 4 Tassen Kaffee am Tag gelten für gesunde Erwachsene als unbedenklich. Schwangere sollten nicht mehr als 200 mg Koffein/Tag zu sich nehmen, da ihr Kaffeestoffwechsel verlangsamt ist. Beim wem Kaffee zu Nervosität führt, Angst auslöst oder die Schlafqualität mindert, der sollte das Kaffeetrinken deutlich reduzieren — oder zu koffeinfreiem Kaffee greifen.

Quelle: kardiologie.org


Toilettenverbot und Maskenpflicht

Coronaregeln für Reisende

Maskenpflicht im Auto und Verbot von Toilettenpausen — das sind nur zwei der Vorschriften, die unsere Nachbarländer für Reisende aufgestellt haben. Wer in den nächsten Wochen Italien, Frankreich oder andere Nachbarländer besuchen will, sollte die aktuellen Regeln kennen.

Vorher informieren!

Alles in allem herrscht in Europa ein buntes Durcheinander von Vorschriften, was die corona-bedingten Einschränkungen betrifft. Aufgrund aktueller Entwicklungen können sich diese zudem auch schnell ändern. Deshalb macht es Sinn, sich mehrfach vor einer Reise ins europäische Ausland zu informieren — und zwar nicht nur über die spezielle Ziel-Region, sondern auch über die Länder, die man auf der Reise durchquert.

Vor der Grenze auf die Toilette

Besonders hart trifft es die Urlauber, die aus Bulgarien, Kroatien oder Rumänien mit dem Auto über Österreich nach Hause fahren wollen. Weil in Österreich eine Reisewarnung für diese Länder gilt, müssen sie die Alpenrepublik ohne Zwischenstopp durchqueren — nicht einmal zum Tanken oder für eine Toilettenpause dürfen sie anhalten. Wer klug ist, erledigt dies vor der österreichischen Grenze in Slowenien. Auch die Anzahl von Personen in Autos ist reglementiert, wenn diese nicht im gleichen Haushalt leben: Inklusive Fahrer darf pro Sitzreihe nur eine Person sitzen.

Die Schweiz unterscheidet bei Durchreisenden ebenfalls, woher sie kommen. Wer in Risikoländern gewesen ist, muss sich für 10 Tage in Quarantäne begeben. Die Liste dieser Risikoländer ist lang und wird regelmäßig aktualisiert, es lohnt also, sich vorab auf der Webseite des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit zu informieren. Momentan trifft die Regelung für Reisende aus USA, Israel, Kosovo, Bosnien, Herzegowina und Montenegro zu.

Beifahrersitz muss frei bleiben

In Italien variieren die Regelungen von Region zu Region, was die Beförderung von Personen im Auto betrifft. In vielen Gebieten muss der Beifahrersitz frei bleiben, in den weiteren Sitzreihen dürfen nur zwei Personen und das nur jeweils außen sitzen. Überall ist jedoch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes Pflicht, wenn die Fahrzeuginsassen nicht dem gleichen Haushalt angehören. Für einige Regionen Italiens, insbesondere Sardinien, Sizilien, Kalabrien und Apulien, müssen sich Urlauber vor der Einreise online registrieren (Links zu den entsprechenden Webseiten bietet z. B. der ADAC ).

Kroatien verlangt an der Grenze die Personalien und Kontaktdaten von Urlaubern. Wer dies vorher online erledigt, spart Zeit. Dazu muss man das Formular „Reiseankündigung“ ausfüllen und erhält eine ID-Nummer. Hier geht es zur entsprechenden Website.

Maskenpflicht in beliebten Touristenstädten

In den Niederlanden empfehlen die Behörden, beim Autofahren einen Mundschutz zu tragen. Maskenpflicht herrscht in den Innenstädten von Rotterdam und Amsterdam, sowohl in Geschäften als auch auf belebten Plätzen und Straßen. Eine Reise in die Stadt der Liebe ist zu Coronazeiten auch nicht das, was es mal war: Fast überall in Paris herrscht Maskenpflicht. Das Gleiche gilt für die Innenstädte von Nizza und Marseille. Wer auf der Fähre nach Korsika übersetzen möchte, muss sich auf eine Temperaturmessung gefasst machen und während der gesamten Überfahrt einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Quelle: ergo reiseversicherung


Mikroplastik in der Nahrung

So viele Partikel landen im Körper

Plastikfasten ist in. Der Verzicht auf unnötige Verpackung verhindert aber nicht nur wachsende Müllberge, sondern könnte auch gut für die Gesundheit sein. Denn wie eine Studie aus Kanada jetzt zeigt, gelangen jährlich bis zu 52 000 kleinste Plastikpartikel über die Nahrung in den Körper.

Von der Verpackung ins Lebensmittel

Von Mikroplastik spricht man immer dann, wenn Partikel kleiner als 5 Millimeter sind. Teilweise wird Mikroplastik absichtlich hergestellt und als Zusatz z.B. in Kosmetikprodukten verwendet. Ein großer Teil entsteht aber auch durch Abrieb und Zersetzungsvorgänge von größeren Plastikteilen. In die Nahrung gelangen die kleinsten Partikel dann über unterschiedliche Wege. Da viel Plastik im Meer landet, wird es von Fischen aufgenommen und findet so den Weg in die Nahrungskette. Sehr wahrscheinlich ist aber auch, dass Lebensmittel durch den Kontakt mit Verpackungen oder bei der Verarbeitung mit Mikroplastik kontaminiert werden.

Plastikflaschen meiden

Ein Team um Kieran Cox von der Universität in Victoria (Kanada) hat sich nun 26 Studien vorgenommen, um zu berechnen, wie viel Mikroplastik tatsächlich über die Nahrung in den Körper gelangt. Da die Wissenschaftler nur Daten von ca. 15 Prozent der konsumierten Lebensmittel vorliegen hatten, bleibt die Berechnung zwar ungenau, gibt aber dennoch einen Richtwert vor: zwischen 39 000 und 52 000 Plastikpartikel sind ein realistisch. Was das genau für die Gesundheit bedeutet, ist noch nicht ausreichend erforscht. Vermutet wird, dass sich die Partikel im Gewebe ablagern und dort entzündliche sowie immunologische Reaktionen hervorrufen. Außerdem wird vermutet, dass das Mikroplastik als „Transportmittel“ für andere chemische Stoffe dienen könnte. Wer auf Nummer sicher gehen will, für den hat Studienleiter Cox einen einfachen Tipp: auf Plastikflaschen verzichten. Denn über das Trinken aus Plastikflaschen werden bis zu 90 000 Mikropartikel pro Jahr aufgenommen. Wer auch auf andere Plastikverpackung verzichten möchte, hat es nicht immer ganz so leicht. Inzwischen gibt es aber in vielen deutschen Städten verpackungsfreie Lebensmittelläden, die den plastikfreien Konsum erleichtern.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt


Menstruationstasse statt Tampons?

Weniger Kosten, weniger Müll

Menstruationstassen sind praktisch: Sie bieten den gleichen Schutz wie Binden oder Tampons, verursachen weniger Müll und sind auch noch billiger als herkömmliche Hygieneprodukte. Doch wie sieht es mit der medizinischen Sicherheit aus?

Einsetzen, rausnehmen, abspülen, einsetzen…

Menstruationstassen sind kleine weiche Trichter aus Silikon, Gummi oder Latex, die in die Scheide eingeführt werden und dort das Menstruationsblut auffangen. Je nach Stärke der Blutung werden sie nach 4 bis 12 Stunden wieder herausgenommen, ausgeleert, abgespült und erneut eingesetzt. Vor und nach jeder Menstruation müssen die Tassen 10 Minuten lang ausgekocht werden. Auf diese Weise lassen sich die kleinen Tassen jahrelang immer wieder verwenden – was ihre Nachhaltigkeit betrifft sind sie also durchaus überzeugend.

Damenhygiene im Vergleich

Doch wie sieht es mit Auslaufschutz, Infektionsgefahr und Handhabung aus? Bei einer aktuellen Analyse von 43 weltweit durchgeführten Studien zu Damenhygieneprodukten, an denen über 3300 Frauen beteiligt waren, kamen britische Forscherinnen zu folgenden Ergebnissen:

  • In puncto Auslaufschutz waren Menstruationstassen gleich sicher wie Tampons und Binden, in einer der analysierten Studien waren die kleinen Tassen sogar überlegen.
  • Das Infektionsrisiko war nicht höher als bei anderen Hygieneprodukten, weder bei amerikanischen, europäischen oder afrikanischen Mädchen und Frauen.
  • Die Tassen hatten keinen negativen Effekt auf die Vaginalflora. In den Studien, in denen Scheide und Gebärmutterhals nachuntersucht wurden, zeigten sich auch keine Gewebeschäden durch die Tassen.
  • Schmerzen, allergische Reaktionen und Harnwegsbeschwerden kamen sehr selten vor.
  • Gut 70% der Frauen, die sich mit Menstruationstassen vertraut gemacht hatten, wollten diese weiterverwenden.

Müll gespart, Kosten gespart

Von großem Vorteil sind auch die Einsparungen durch Menstruationstassen. Menstruationstassen kosten etwa zwischen 0,7 und 47 US-Dollar, sie lassen sich bis zu 10 Jahre lang verwenden. Geht man von dieser Haltbarkeit aus, entstehen pro Periode nur etwa 5 – 7 % der Kosten, die eine Benutzung von Binden und Tampons verursacht. Eingespart wird auch beim Müll: Grob geschätzt verursacht eine Menstruationstasse 0,4% des Plastikmülls von Einwegbinden und 6% von Tampons.

Hat die Tasse einen Haken?

Prinzipiell müssen sich Mädchen und Frauen an die Verwendung von Menstruationstassen erst einmal gewöhnen. Meist sind mehrere Zyklen nötig, um die Handhabung zu erlernen, berichten viele der Anwenderinnen. Dabei ist auch die Art der Menstruationstasse von Bedeutung: Scheidentassen lassen sich einfacher herausnehmen, hier war in den 43 Studien nur in 2 Fällen professionelle Hilfe erforderlich. Bei Tassen, die wie ein Diaphragma über den Gebärmutterhals gestülpt werden, wurde dagegen 47 Mal Hilfe beim Entfernen benötigt.

Problematisch kann es auch werden, wenn zur Verhütung eine Spirale verwendet wird: In einigen Fällen führte das Entfernen der Menstruationstasse zu deren Verrutschen. Der gleichzeitige Einsatz von Spirale und Menstruationstasse muss deshalb noch weiter geprüft werden, betonen die Autorinnen.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, Lancet


Muskelschwund im Alter

Sarkopenie lässt sich vorbeugen

Dass die Muskelmasse und damit die Kraft im Alter nachlässt, ist kaum zu verhindern. Jedoch gibt es Möglichkeiten, diesen auch als Sarkopenie bekannten krankhaften Muskelschwund in Grenzen zu halten.

Proteinreiche Kost kann Sarkopenie verlangsamen

„Wir sprechen von Sarkopenie, wenn sowohl die Muskelmasse als auch die Muskelfunktion abnimmt“, erklärt Tommy Cederholm, Professor für Klinische Ernährung an der Universität Uppsala in Schweden. Befördert wird die altersbedingte Muskelabnahme durch wenig Bewegung, chronische Krankheiten und Mangelernährung. Die Folgen sind ernst zu nehmen: Betroffene riskieren gefährliche Stürze, werden zunehmend immobil und können ihren Alltag oft nicht mehr alleine bewältigen.
„Die Basis der Behandlung ist gezieltes Krafttraining, insbesondere für die größten Muskeln des Körpers“, betont Cederholm. „Der zweite Pfeiler ist eine Ernährungsumstellung.“ Da ältere Menschen weniger Energie verbrauchen, essen sie zumeist auch weniger. Da der Körper im Alter Proteine schlechter verarbeitet, müssten sie hiervon jedoch mehr zu sich nehmen, um den Muskelabbau zu begrenzen. Hingegen sollten Fett und Kohlenhydrate auf dem Speiseplan nur eine untergeordnete Rolle spielen. Auch Vitamin D könnte für die Muskelfunktion eine wichtige Rolle spielen.

Prävention soll Sarkopenie schon vor dem Alter verhindern

Zur erfolgreichen Therapie der Sarkopenie gehört für Cederholm auch die Prävention: „Wir müssen das Wissen aus der Geriatrie auch auf jenen Teil der Bevölkerung ausdehnen, der auf das Alter zugeht.“ Ein weiterer Behandlungsansatz könnte laut dem Experten in Nährstoff-Präparaten mit muskelaufbauenden Effekten liegen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e.V.


Alzheimer im Blut erkennen?

Ganz ohne PET oder Liquorpunktion

Lässt sich eine Alzheimer-Demenz bald mit einem einfachen Bluttest nachweisen? Ein für diese Erkrankung spezifisches Tau-Protein soll´s möglich machen.

Bluttest statt Liquorpunktion

Bisher sind zur Diagnose einer Alzheimer-Demenz Verfahren wie eine Liquorpunktion mit anschließender Untersuchung der Hirnflüssigkeit oder eine Positronen-Emissions-Tomografie (PET) erforderlich. Als Screeningverfahren auf Alzheimer eignen sich die beiden Methoden jedoch kaum, da sie aufwändig und schmerzhaft bzw. teuer sind.

Forscher sind nun jedoch einem Alzheimer-Marker auf der Spur, der Frühdiagnose und Screening im Blut ermöglichen soll. Dabei handelt es sich um Tau-Proteine, die sich bei der Alzheimerschen Erkrankung ebenso wie die bekannten Beta-Amyloide im Gehirn ablagern. Über den Liquor gelangen diese Proteine in das Blut, wo sie mit einem Test nachgewiesen werden können.

Schon vor Gedächtnislücken nachweisbar

Ob sich Tau-Proteine als Marker für eine Alzheimer-Erkrankung eignen, prüften schwedische Forscher an 3 Gruppen mit über 1300 Teilnehmern. Dazu untersuchten sie früher entnommene, tiefgefrorene Blutproben der Probanden auf Tau-Proteine und andere mögliche Alzheimermarker. Dann verglichen sie die Ergebnisse mit den PET-Aufnahmen oder — bei Verstorbenen — mit Untersuchungen des Hirngewebes. Es stellte sich heraus, dass ein spezielles Tau-Protein (P-tau217) bei Alzheimer schon früh nachweisbar war, in einigen Fällen sogar schon Jahrzehnte, bevor die Betroffenen Alzheimertypische Beschwerden wie Gedächtnislücken, Verwirrung oder Sprachprobleme entwickelten.

So gut wie eine PET

Der Bluttest auf P-tau217 erwies sich den Forschern zufolge als sensitiver und spezifischer Marker für die Diagnose der Alzheimerschen Erkrankung. Er war genauso zuverlässig wie die PET und deutlich besser als andere Substanzen, die als Alzheimer-Marker diskutiert werden (P-tau181 oder Neurofilament light). Bevor der Bluttest zur Diagnose oder Screening eingesetzt wird, bedarf es aber noch weiterer Verfeinerungen, erklären die Forscher. Dafür soll der Test nun in einer größeren Patientengruppe erprobt werden.

Quelle: Ärzteblatt


Tipps fürs Bergwandern mit Kindern

Pausen einplanen, Höhe beachten

Frische Luft, umwerfende Naturerlebnisse und Spaß mit Eltern und Geschwistern: Bergwandern ist auch für Kinder eine tolle Sache. Sollen kleine Kinder mitmarschieren, gibt es bei der Planung eines Bergausflugs einiges zu bedenken.

Energiereserven schneller verbraucht

Wenn der Berg ruft, heißt es auch für viele Familien: Her mit dem Rucksack, rein in die Wanderschuhe und rauf auf die Almen. Kinder werden bei den Touren allerdings leicht überfordert, warnt Kinderarzt Josef Kahl vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Vor allem darf man sich vom scheinbar unermüdlichen kindlichen Bewegungsdrang nicht täuschen lassen: Kinder verbrauchen ihre Energiereserven deutlich schneller als Erwachsene, sie benötigen deshalb viele Pausen während einer Wanderung.

Kinder kühlen schneller aus

Eltern sollten deshalb sehr viel Zeit einplanen, wenn sie mit Kindern in den Bergen unterwegs sind. Für die Pausen gehören Zwischenmahlzeiten und reichlich Flüssigkeit ins Gepäck. Mitzunehmen sind auch Regenschutz und warme Sachen, denn Kinder kühlen aufgrund ihrer im Vergleich zum Körperinneren großen Körperoberfläche viel schneller aus als Erwachsene. Weil die UV-Strahlung in den Bergen besonders hoch ist, darf auch der ausreichende Sonnenschutz in Form von Sonnencremes, Sonnenhut und Sonnenbrille nicht fehlen.

Gehzeiten berechnen

Bei der Planung von Bergwanderung sind die Gehzeiten von Bedeutung. Mit Kindern ist man langsamer unterwegs, als Faustformel gilt: Gehzeiten mit Kindern = 1,5 x Normalgehzeit für Erwachsene. Wie und wie lange Kleinkinder auf Bergtour dürfen, hängt vom Alter des Kindes ab:

  • Kleinkinder, die stabil sitzen, sind ab einem Alter von einem bis drei Jahren am besten in der Kinderkraxe auf Vaters oder Mutters Rücken aufgehoben. Wichtig sind regelmäßige Pausen — nicht nur für den tragenden Elternteil, sondern auch damit das Kind sich frei bewegen kann. Außerdem ist unbedingt darauf zu achten, dass das Kind auch in der Kraxe vor Auskühlung und Sonneneinstrahlung geschützt wird.
  • Kindern von 3 bis 6 Jahren können schon gut selbst mitlaufen. Hier sollte die Gehzeit 3 bis 4 Stunden nicht überschreiten. Bei der Tourenplanung ist zu berücksichtigen, dass die Wege ungefährlich und nicht absturzgefährdet sind.
  • Für 6- bis 10-Jährige sollten die Touren maximal 5 Stunden dauern, wobei reichlich Pausen zuzurechnen sind. In diesem Alter dürfen die Wege auch etwas anspruchsvoller sein — sofern Hilfestellungen und Sicherheitskenntnisse vorhanden sind.
  • Bei 10- bis 14-Jährigen sind meist Gehzeiten bis zu 7 Stunden gut möglich.

Achtung Höhe

Auch die Höhe ist beim Bergwandern von Bedeutung. Bei zu schnellem Aufstieg in 2000 bis 2500 Meter kommt es leicht zur Höhenkrankheit. Ältere Kinder ab 9 Jahren entwickeln Übelkeit, Erbrechen und Schwäche, wenn ihnen die Höhe zu schaffen macht. Bei kleinen Kindern zeigt sich die Höhenkrankheit oft unspezifisch mit einem veränderten Verhalten beim Essen, Schlafen oder Spielen und einer erschwerten Atmung, weshalb Eltern ihre Kinder beim Bergwandern besonders gut im Blick behalten sollten.

Wird in einer Hütte übernachtet, muss diese unter einer Höhe von 2000 Metern liegen, wenn Kinder unter zwei Jahren dabei sind. Sind Kinder im Alter von 2 bis 10 Jahren mit von der Partie, liegt die „Übernachtungsgrenze“ bei 3000 Metern. Anstrengende Höhenwanderungen empfehlen die Ärzte generell nur für Jugendliche ab 14 Jahren.

Quelle: www.kinderaerzte-im-netz.de


Was Kinder alles schlucken

Knopfbatterie-Alarm

Kleinkinder stecken sich beinahe alles in den Mund. Das ist nicht ganz ungefährlich, denn im schlimmsten Fall drohen Ersticken oder Verletzungen der Speiseröhre. Da ist es gut zu wissen, was die Kleinen sich besonders gerne einverleiben und was man vor ihnen in Sicherheit bringen sollte …

Es wird immer mehr verschluckt

Babys und Kinder wollen die Welt entdecken – und deshalb nehmen sie einfach alles in den Mund. Amerikanische Forscher wollten nun wissen, was Kinder (versehentlich) verschlucken. Sie analysierten die Krankengeschichten von gut 759 000 Kindern unter 6 Jahren, die wegen eines verschluckten Fremdkörpers zum Arzt mussten.

Auffällig ist, dass zwischen 1995 und 2015 immer mehr verschluckt wurde, die Anzahl der Fälle stieg jährlich um etwa 4,4%. Besonders experimentierfreudig waren die 1 – 3-Jährigen. 90% der Kleinen konnten nach der Untersuchung wieder nach Hause entlassen werden, bei den meisten verließ der Fremdkörper den Bauch auf natürlichem Weg.

Der Penny steht hoch im Kurs

Interessant war, was sich die Kinder alles einverleibten. Am häufigsten, nämlich in 67% der Fälle, waren es Münzen, wobei der Penny besonders hoch im Kurs stand. Jedes zehnte Kind hatte Spielzeug verschluckt, hier waren Murmeln am beliebtesten. Funkelnder Schmuck scheint auch für die Kleinsten begehrenswert zu sein, immerhin hatten 7% der Kinder dazu gegriffen. Am häufigsten wurden Ohrenringe verspeist.

Batterien auf dem Vormarsch

Erschreckend ist der Anstieg an verschluckten Batterien, betonen die Studienautoren. 1995 belief sich ihr Anteil noch auf 0,14% aller verschluckten Fremdkörper, 2015 waren es 8,4%. Besonders beliebt war die Knopfbatterie. Das liegt wahrscheinlich daran, dass batteriebetriebenes Spielzeug und elektronische Geräte in den Kinderzimmern immer häufiger werden. Doch das ist gefährlich: Beim Verschlucken von Batterien drohen Verätzungen der Speiseröhre, die schwerwiegende Folgen nach sich ziehen können.

Immer wieder Umgebung prüfen!

Die allermeisten Fremdkörper werden in der häuslichen Umgebung verschluckt. Hier gilt es, den Hebel anzusetzen, so die Autoren. Alles wegräumen, was nur im Entferntesten verlockend wirkt, heißt die Devise. Und immer wieder die Räumlichkeiten – samt Boden – überprüfen und in Sicherheit bringen, worauf die Kleinen besonders aus sind: Münzen, Spielzeugkleinteile, Schmuck und Batterien.

Quelle: Pediatrics