Apothekennews

Was hilft gegen Nägelkauen?

Von Handschuhen bis Bitterstoffe

Manche Kinder machen es aus Langeweile, andere, wenn sie gestresst sind: Nägelkauen. Die Folge sind unschön abgeknabberte Nägel – aber auch gesundheitliche Probleme wie Infektionen der Haut oder überbeanspruchte Zahnwurzeln. Diese Tipps helfen, die schlechte Angewohnheit in den Griff zu bekommen.

Knabbern bis auf Blut

Nägelkauen ist wie Daumenlutschen und Nasebohren eine Verhaltensstörung, unter der vor allem (aber nicht nur!) Kinder zwischen 4 und 6 Jahren leiden. Oft tritt das Knabbern in speziellen Situationen auf, z. B. bei Langeweile, beim Lösen komplizierter Aufgaben oder in Stresssituationen. Manchmal ist das Nägelkauen auch ein Hinweis auf ernstzunehmende psychische Belastungen, beispielsweise Mobbing in der Schule oder Konflikte im Elternhaus. Problematisch wird das Nägelkauen vor allem dann, wenn es sich nach einiger Zeit nicht von allein wieder gibt oder die Kinder sich die Nägel bis zum Bluten abbeißen.

Schlecht für Haut und Zähne

Gesundheitlich kann zwanghaftes Nägelkauen in mehrfacher Hinsicht schaden. Oft nimmt das Gewebe um den Nagel Schaden und entzündet sich schmerzhaft. Sind die Verletzungen tief, bleiben Narben zurück oder es kommt zu hängenden Nägeln. Durch das ständige Knabbern auf harter Substanz leiden auch Zahnwurzeln, Kiefergelenke und Zahnfleisch. Nicht zuletzt sind betroffene Kinder besonders anfällig für Madenwurmerkrankungen, weil sich die infektiösen Eier der Würmer oft unter den Fingernägeln verstecken und beim Nägelkauen mit geschluckt werden.

Auf keinen Fall Schimpfen

Wer seinem Kind helfen möchte, sich das Nägelkauen wieder abzugewöhnen, sollte vor allem eines nicht tun: Schimpfen oder Bestrafen. Denn der dadurch entstehende Stress verschlimmert das Nägelkauen meist noch zusätzlich. Bewährt haben sich stattdessen:

  • Dem Kind erklären, warum das Nägelkauen ungesund ist und sich gemeinsam Maßnahmen gegen die schlechte Angewohnheit überlegen.
  • Nägel regelmäßig schneiden oder feilen, weil kurze Nägel weniger zum Knabbern verleiten.
  • Anti-Knabber-Präparate auf die Nägel auftragen. Rezeptfreie Produkte aus der Apotheke enthalten Bitterstoffe wie Sucrose oder Denatonium, zusätzlich manchmal auch scharfe Komponenten wie Cayennepfeffer.
  • Nägel mit Pflastern oder Tapes abdecken.
  • Alternative Strategien zum Stressabbau überlegen, z. B. das Drücken eines Knautschballs.
  • Nägel schön lackieren, weil die Hemmschwelle dann größer ist, die Nägel zu zerstören.

Wenn keiner der Tricks funktioniert, hilft es manchmal, Schritt-für-Schritt vorzugehen. Das heißt, dass man erst einen Finger knabberfrei hält und dann nach und nach immer weitere Finger hinzunimmt.

Quellen: Deutsche ApothekerZeitung, Nr. 37, 2021



Klimafreundliche Asthmasprays

Kohlendioxid einsparen

Sind Asthmasprays klimaschädlich? Manche schon, wie eine aktuelle Untersuchung zeigt. Doch es gibt auch klimafreundliche Systeme, mit denen sich eine Menge Kohlendioxid (CO2) einsparen lässt.

Auch FKW schadet dem Klima

Asthmasprays enthalten schon lange keine Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) mehr. Als deren Einsatz wegen ihrem schädigenden Einfluss auf die Ozonschicht verboten wurden, stiegen die Hersteller um auf Dosieraerosole mit Fluorkohlenstoff (FKW) und Pulverinhalatoren, die ganz ohne Treibgase auskommen.

Doch auch wenn FKW das Ozonloch nicht direkt angreifen, tragen sie dennoch zum Treibhauseffekt und zur Klimaerwärmung bei. Wie groß dieser Effekt ist, haben nun schwedische Forscher untersucht. Sie verglichen die CO2-Bilanz zweier Pulverinhalatoren mit der eines Dosieraerosols. Da viele Asthmatiker*innen zwei Asthmasprays benötigen (eines zur Dauertherapie und ein schnell wirksames Spray bei Bedarf), berechneten die Forscher*innen die Werte für eine übliche Standardtherapie. Zugrunde lagen die vom Hersteller GlaxoSmithKline evaluierten und vom Carbon Trust zertifizierten CO2-Äquivalente der Pulverinhalatoren Ellipta und Accuhaler und des Dosieraerosols Evohaler.

Über 400 kg CO2-Äquivalent im Jahr einsparen

Dabei kam heraus, dass die untersuchten Dosieraerosole eine bis zu 30fach schlechtere CO2-Bilanz haben als die Pulverinhalationssysteme. Nutzt die Asthmatiker*in sowohl zur Dauer- als auch zur Bedarfstherapie Pulverinhalationssysteme, produziert er damit etwa 17 kg CO2-Äquivalente. Die gleiche Therapie mit Dosieraerosolen kommt dagegen auf 439 kg CO2-Äquivalente.

Wer also von 2 FKW-Dosieraerosolen auf 2 Pulverinhalationssysteme wechselt, spart im Jahr etwa 420 kg CO2-Äquivalent ein. Also eine Menge, die dem Fleischverzicht einer Person für ein Jahr entspricht. Würde beispielsweise Großbritannien seinen Anteil der Dosieraerosole in der Asthmatherapie von derzeit 70% auf das schwedische Niveau von 13% senken, ließen sich jährlich 550 000 Tonnen CO2-Äquivalent einsparen.

Spraywechsel nur unter ärztlicher Aufsicht!

Ein Asthmaspray muss zuerst einmal der Patient*in Erleichterung bringen, das ist klar. Doch sollte bei der Wahl des Inhalationssystems durchaus auch der Klimaaspekt berücksichtig werden, meinen die schwedischen Forscher*innen. Wichtig ist aber: ein Systemwechsel darf nur nach ärztlichem Rat und mit gründlicher Anleitung erfolgen.

Quelle: Springer Medizin


Was hilft bei vergrößerter Prostata?

Damit es wieder richtig läuft

Häufiger Harndrang, nächtliches Wasserlassen und ein schwacher Harnstrahl sind die typischen Beschwerden bei einer vergrößerten Prostata. In frühen Stadien helfen Allgemeinmaßnahmen, Medikamente und Pflanzenextrakte. Doch was kann man von der konservativen Therapie erwarten? Und wann muss operiert werden?

Sie wächst und wächst und wächst …

Die Prostata oder auch Vorsteherdrüse gehört zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes. Sie sitzt direkt unter der Blase und umschließt die daraus abgehende Harnröhre. Von dort aus gibt sie ein Sekret ab, das die Spermien nährt und sie vor dem sauren Sekret in der Scheide schützt. Außerdem ziehen sich die Muskelzellen der Prostata beim Orgasmus zusammen. Dadurch wird der Samenerguss ruckartig durch die Harnröhre ausgestoßen. Die Kontraktion der Prostata verhindert gleichzeitig, dass das Sperma in die falsche Richtung, nämlich in die Blase fließt.

Beim gesunden jungen Mann ist die Prostata mit einem Durchmesser von 3,5 cm etwa kastaniengroß. Doch ab dem 30. Lebensjahr beginnt die Drüse, sich bei vielen Männern zu vergrößern. Die Ursache dafür ist noch unklar. Von einer solchen gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahypertrophie, BPH) sind bei den 60-Jährigen etwa 45% betroffen, bei den 70-Jährigen etwa 70% und bei den 80-Jährigen sogar 80%.

Eine leichte BPH muss keine Beschwerden machen. Ab einem gewissen Volumen engt eine vergrößerte Prostata jedoch die Harnröhre ein. Das stört das Wasserlassen, die Blase lässt sich irgendwann nicht mehr komplett entleeren. In diesem Stadium spricht man vom gutartigen (benignen) Prostata-Syndrom (BPS). Dies sind die typischen Beschwerden:

  • lästiger Harndrang
  • häufiges, auch vermehrt nächtliches Wasserlassen
  • schwacher bis tröpfelnder Harnstrahl, Nachträufeln
  • erschwertes, manchmal schmerzhaftes Wasserlassen
  • Gefühl, dass die Blase nicht vollständig entleert wird (Restharn).

Hinweis: In sehr seltenen Fällen löst eine vergrößerte Prostata einen kompletten Harnverhalt aus. Dann kann man trotz hohem Blasendruck und starken Schmerzen kein Wasser lassen. Bei diesem Notfall legt die Ärzt*in zunächst einen Urinkatheter durch die Harnröhre und lässt den Harn so aus der Blase ab. Einige Tage später wird dann meist die Prostata operativ verkleinert.

Erst die Diagnose!

Kommt es zu den oben genannten Beschwerden, sollten diese – auch wenn sie nur mild sind - ärztlich abgeklärt werden. Zwar steckt sehr häufig eine gutartige Prostatavergrößerung dahinter. Probleme beim Wasserlassen können aber andere Ursachen haben. Dazu gehören z.B. Harnsteine, Harnwegsinfektionen und die Entzündung der Prostata (Prostatitis), aber auch bösartige Prostatageschwülste wie der Prostatakrebs.

Steht die Diagnose BPS, wird sie je nach Beschwerden in verschiedene Stadien eingeteilt. Danach richten sich dann auch die Behandlungsoptionen.

  • Im Stadium 1 (Reizblasenstadium) kommt es nur zu ausgeprägtem Harndrang und häufigem Wasserlassen, auch nachts.
  • Im Stadium 2 (Restharnstadium) ist die Harnröhre schon so verengt, dass immer Restharn in der Blase bleibt. Hier drohen Blaseninfektionen und Blasensteine.
  • Im Stadium 3 (Dekompensationsstadium) ist der Harnabfluss aus der Blase so stark gestört, dass sich der Urin von der Blase zurück in Harnleitern und Niere staut. Deshalb spricht man auch von einer Überlaufblase. Der Rückstau bringt die Niere in Gefahr, im schlimmsten Fall droht ein Nierenversagen.

Vom Beobachten bis zur Operation

Die Behandlung der vergrößerten Prostata richtet sich nach dem Ausmaß der Beschwerden und reicht vom „aktiven Beobachten“ mit regelmäßigen Kontrollen über die Einnahme pflanzlicher Arzneimittel und Medikamente bis zur Operation. In allen Stadien sind folgende Allgemeinmaßnahmen sinnvoll:

  • Vor dem Schlafengehen weniger trinken. Die empfohlene Trinkmenge von 1,5 Litern über den Tag verteilen.
  • Alkohol, Kaffee und grünen/schwarzen Tee nur in Maßen konsumieren. Sie entwässern stark und fördern dadurch den Harndrang.
  • Direkt nach dem Wasserlassen einen kurzen Moment warten und dann noch einmal versuchen, zu urinieren. Damit entleert sich die Blase besser.
  • Die Harnröhre nach dem Urinieren ausstreichen.
  • Die Blase trainieren. Die Speicherfähigkeit der Blase lässt sich erhöhen, indem man den Toilettengang beim Harndrang etwas hinauszögert.

Hinweis: Manche für andere Erkrankungen eingenommenen Medikamente verstärken die Prostatabeschwerden, indem sie (ungewünscht) entwässern oder auf die Blase wirken. Es macht deshalb Sinn, alle einzunehmenden Präparate von der Ärzt*in darauf zu prüfen zu lassen.

Chemisch oder pflanzlich?

In Stadium 1 und bei leichten Formen des Restharnstadiums (Stadium 2) reicht ergänzend zu den oben genannten Allgemeinmaßnahmen eine konservative Therapie mit Medikamenten meist aus. Bei den verschreibungspflichtigen Wirkstoffen unterscheidet man folgende Gruppen:

Alpha-1-Blocker entspannen die Muskulatur an Prostata und Harnröhre und verbessern dadurch den Urinabfluss. Sie wirken deshalb relativ schnell. Die Größe der Prostata verändern sie nicht. Schwindel, Müdigkeit und Kopfschmerzen sind ihre typischen Nebenwirkungen.

5-alpha-Reduktasehemmer hemmen den wachstumsfördernden Einfluss von Testosteron auf die Prostata. Die Prostata wird nicht größer, bei manchen Patienten schrumpft sie sogar wieder. Bis sich dadurch die Beschwerden bessern, dauert es bis zu einem Jahr. Wichtige Nebenwirkung dieser Substanzgruppe sind Libidoverlust und erektile Dysfunktion.

Da sich Alpha-1-Blocker und 5-alpha-Reduktasehemmer in ihrer Wirkung ergänzen, verordnet die Ärzt*in häufig eine Kombinationstherapie aus beiden Wirkstoffen. Auf diese Weise werden die Beschwerden rasch gelindert und das Fortschreiten der Prostatavergrößerung aufgehalten.

Zu den weiteren chemischen Wirkstoffen gehören Antimuskarinika. Sie entspannen die Blasenmuskulatur und bessern Beschwerden wie Harndrang und häufiges Wasserlassen. Als Nebenwirkung verursachen sie Mundtrockenheit. Auch Phosphodiesterase-Typ 5-Hemmer sind effektiv bei BPS. Sie entspannen die Muskelzellen des unteren Harntrakt und lindern dadurch die Beschwerden. Ob sie einen Einfluss auf die Prostatagröße haben, ist noch nicht bekannt. Häufige unerwünschte Wirkungen bei Phosphodiesterasehemmern sind Kopfschmerzen und Hitzewallungen.

Manche Männer mit BPS möchten keine chemischen Medikamente einnehmen, sondern lieber natürliche Wirkstoffe. In Deutschland werden bei Prostatabeschwerden vor allem Extrakte aus folgenden Pflanzen eingesetzt:

  • Sägepalmenfrüchte
  • Brennnesselwurzeln
  • Kürbissamen
  • Gräserpollen, Roggenpollen.

Wie gut pflanzliche Extrake bei BPS helfen, wird unterschiedlich beurteilt. Zumindest in Laborversuchen konnten verschiedene Wirkungen nachgewiesen werden. Dazu gehörten z.B. entzündungshemmende und antihormonelle Effekte. Sägepalmenextrakt hatte zudem einen Einfluss auf die glatte Muskulatur im Bereich von Prostata und Blasenmuske, Kürbiskerne waren antioxidativ. In klinischen Studien mit Patienten waren die Ergebnisse jedoch unterschiedlich. So zeigten sich in einigen Untersuchungen positive Effekte auf die Beschwerden des Wasserlassens und die Lebensqualität. Für keines der pflanzlichen Extrakte konnte jedoch nachgewiesen werden, dass sie das Fortschreiten der Prostatavergrößerung aufhalten. Aufgrund der unbefriedigenden Datenlage werden seit 2004 pflanzliche Extrakte zur Behandlung des BPS von den allermeisten Krankenkassen nicht mehr erstattet.

Die Extrakte sind alle gut verträglich. Deswegen spricht nichts dagegen, es bei sehr milden BPS-Beschwerden zunächst mit einer pflanzlichen Behandlung versuchen. Die Wirkstoffe stehen als Monotherapie und als Kombinationspräparate (z.B. Extrakte aus Sägepalmenfrüchten und Brennnesselwurzel) zur Verfügung.

Hinweis: Pflanzliche Extrakte für die Prostata gibt es in einer großen Vielzahl. Für die bestmögliche Auswahl sollte man sich in der Apotheke beraten lassen.

Wenn Medikamente nicht ausreichen

Um drohende Blasen- und Nierenschäden abzuwenden, muss spätestens im Stadium 3 die Prostata mit einer Operation verkleinert werden. Auch im Stadium 2 ist dies häufig ratsam, z.B. wenn die Restharnmenge zu groß wird oder der Blasenauslassmuskel zu dick.

Für die operative Therapie gibt es verschiedene Verfahren. Am häufigsten nutzt man dabei den Weg über die Harnröhre. Die Chirurg*in geht also mit einem Endoskop in die Harnröhre ein und trägt von dort die Prostata mithilfe von Strom, Mikrowellen oder einem Laser schichtweise ab. Manchmal wird das Prostatagewebe auch nur eingeschnitten, um der Harnröhre mehr Platz zu verschaffen.

Ist die Prostata sehr groß, muss offen operiert werden. Das heißt, dass der Chirurg sich über einen Schnitt Zugang zur Prostata verschafft. Entweder wird die Prostata dann komplett entfernt oder nur ein Teil des Gewebes. Ein neueres Verfahren ist der künstliche Verschluss (Embolisation) der Prostatagefäße (Prostata-Arterien-Embolisation, PAE). Durch die verminderte Blutversorgung sterben Teile der Prostata ab, wodurch diese schrumpft.

Quellen: Jenett-Siems K, DAZ 2022, 14:32, Leitlinien Konservative und medikamentöse Therapie des benignen Prostatasyndroms


Gefahr durch Zeckenschutzmittel

Zeckenfreunde aufgepasst

Spot-on-Präparate halten Zecken, Flöhe und Milben von Haustieren fern. Kein Wunder also, dass Tierbesitzer*innen die Insektenschutzmittel gerne einsetzen. Doch nicht jedes Mittel ist für Katzen geeignet.

Gefährliche Verwechslung

Insektenschutzmittel wie Spot-on-Präparate sind unter Tierhalter*innen beliebt – denn sie schützen Stubentiger langfristig vor Zecken und Flöhen und helfen gegen Milben. Doch gerade wenn Hunde und Katzen gemeinsam unter einem Dach leben, muss man beim Auftragen der Wirkstoffe gut aufpassen. Denn bestimmte Wirkstoffe für Hunde sind für Katzen giftig.

Unterschiedliche Wirkstoffe für Hunde und Katzen

Spot-on-Präparate enthalten je nach Tierart unterschiedliche Wirkstoffe. Bei Insektenschutzmittel für Hunde ist das zum Beispiel oft der Wirkstoff Permethrin. In der richtigen Dosierung ist Permethrin völlig ungefährlich für Hunde. Ganz anders bei Katzen: Schon kleine Mengen führen bei ihnen zu lebensbedrohlichen Vergiftung mit Durchfall, Erbrechen, Krämpfen und Lähmungen. Im schlimmsten Fall stirbt die Katze sogar durch das Arzneimittel. Ursache für die gefährliche Nebenwirkung ist ein Enzym, das Hunde, nicht aber Katzen besitzen.

Übertragung durch engen Kontakt

Vor der Anwendung von Tierarzneimitteln sollten Besitzer*innen deshalb immer die Packungsbeilage genau studieren. Besonders wichtig ist, dass das Arzneimittel für die richtige Tierart und in der richtigen Dosierung angewendet wird. Im Zweifelsfall finden Tierhalter*innen auch Rat in der Tierarztpraxis oder bei der Apotheke.

Doch Vorsicht: Auch wenn mit Permethrin behandelte Hunde und Katzen zusammen in einem Haushalt leben, drohen Vergiftungen. Denn durch engen Kontakt kann die Katze den Wirkstoff aufnehmen. Auch Insektenschutzmittel für Menschen enthält Permethrin und kann übertragen werden. Wurde die Katze versehentlich mit Permethrin behandelt, hilft nur der Gang zur Tierärzt*in. Sie ergreift Notfallmaßnahmen, um die Katze zu retten.

Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung


Schlaganfall sofort erkennen

Lächeln, sprechen, Arme hoch

Bei einem Schlaganfall muss sofort der Notdienst gerufen werden, um das Gehirn der Betroffenen vor schlimmen Folgen zu bewahren. Doch wie erkennt man als Laie überhaupt solch einen Notfall?

Hirngewebe vorm Absterben retten

Ob durch ein verstopftes Gefäß oder eine Massenblutung: Beim Schlaganfall setzt die Durchblutung von Bereichen des Gehirns plötzlich aus und Hirngewebe stirbt ab. Je länger es dauert, den Blutfluss wieder in Gang zu bekommen, desto größer ist der bleibende Schaden. Er reicht von Lähmungen über Sprachstörungen bis hin zum Tod. Wird aber frühzeitig gehandelt, erholt sich das Gehirn oft komplett. Deshalb muss bei einem Verdacht auf einen Schlaganfall sofort der Notdienst alarmiert werden.

Kurzer Test zeigt die Gefahr

Laien sind sich manchmal unsicher, wie sie einen Schlaganfall erkennen können. Das ist verständlich, denn manchmal kommt diese tückische Durchblutungsstörung auch relativ diskret daher. Mit dem FAST-Test lassen sich auf einfache Weise die häufigsten Schlaganfall-Symptome abfragen. Diese betreffen das Gesicht (face), die Arme (arms) und die Sprache (speech):

  • Face: Die betroffene Person wird gebeten, zu lächeln. Hängt dabei ein Mundwinkel herab, spricht das für eine beim Schlaganfall typische Halbseitenlähmung.
  • Arms: Die Person soll ihre Arme nach vorne strecken und die Handflächen nach oben drehen. Bei einer Lähmung gelingt dies nicht, ein Arm sinkt oder dreht sich.
  • Speech: Die Betroffene soll einen einfachen Satz nachsprechen. Ist das nicht möglich oder klingt die Sprache verwaschen, liegt das wahrscheinlich an einer schlaganfallbedingten Sprachstörung.
  • Time: Wenn auch nur eines dieser Anzeichen zutrifft, sollte sofort die 112 angerufen und der Notfall geschildert werden.

Der FAST-Test kann auch im Internet angeschaut werden. Unter der Schirmherrschaft der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft wurde ein Video erstellt, das den Test erklärt und vor allem jüngere Leute ansprechen soll. Das Video heißt „Lächeln-Sprechen-Arme hoch“.

Quelle: ptaheute


Vorsicht bei der Schnuller-Wahl

Kiefer und Zähne im Blick

Ob zur Beruhigung, als Einschlafhilfe oder nur zum Vergnügen: Kaum ein Baby, dass keinen Schnuller mag. Damit der Sauger nicht zu Zahn- oder Kieferfehlstellung führt, sollten Eltern aber die richtige Form wählen.

Schon das Ungeborene saugt kräftig

Das Saugbedürfnis ist bei Kindern angeboren. Schon im Mutterleib kann man es im ersten Schwangerschaftsdrittel per Ultraschall beobachten. Ist das Kind auf der Welt, saugt es zunächst einmal, um sich zu ernähren, wenig später auch, um sich zu beruhigen.

Dieser Beruhigungseffekt wird von Eltern seit Jahrhunderten genutzt. Die alten Ägypter haben ihren Babys dafür Saugtöpfe mit Honig um den Hals gebunden. Im Mittelalter verwendete man dazu in Honig oder Branntwein getauchte Tücher. Der Schnuller, wie man ihn heute kennt, wurde kurz nach dem zweiten Weltkrieg erfunden – gemeinsam von einem Zahnarzt und einem Kieferorthopäden.

Zahnärzt*innen und Kieferorthopäd*innen sind allerdings heute diejenigen, die vor allzu häufigem Schnullergebrauch warnen. Denn sie können die Entwicklung von Zähnen und Kiefer stören und zu Fehlstellungen führen. Wann das Risiko dafür besteht, wurde nun von Expert*innen mithilfe einer Computersimulation untersucht.

Entscheidend ist der Hals

Es stellte sich heraus, dass die Form des Schnullers von entscheidender Bedeutung ist. Je dicker und runder der Schnuller, desto schädlicher für die Zahnstellung. Je dünner der Saugerhals, desto besser: Dann haben Schnuller kaum Einfluss auf den wachsenden Kieferknochen und die Zähne.

  • Insgesamt gelten aus Sicht von Zahnärzt*innen und Logopäd*innen folgende Empfehlungen:
  • Die Form sollte kiefergerecht und mit möglichst dünnem Hals sein. Beispiel dafür sind orthodontische Sauger.
  • Für die optimale Entwicklung des Kiefers und der Zähne sollte der Schnuller nicht länger als bis zum Ende des zweiten Lebensjahrs genutzt werden.
  • Schnuller sollten möglichst leicht sein, sie müssen nicht „mitwachsen“. Je weniger Raum das Lutschteil einnimmt, desto weniger stört es Zungenfunktion und Sprachentwicklung.
  • Das Lutschteil selbst sollte möglichst weich sein.
  • Insgesamt gilt: weniger ist mehr. Der Schnuller sollte möglichst nicht fortwährend genutzt, sondern vor allem bei Bedarf eingesetzt werden – z.B. zum Einschlafen oder zur vorübergehenden Beruhigung.

Quelle: Springer Medizin


Vitamin B12-Mangel im Alter

Schlapp, vergesslich, wacklig

Gangunsicherheit, Verwirrtheit oder Gedächtnisstörungen sind im Alter häufig. Doch statt sie einfach hinzunehmen oder einer anderen, bekannten Erkrankung zuzuschreiben lohnt immer auch ein Blick ins Blut. Denn womöglich steckt ein Vitamin B12-Mangel dahinter – und der lässt sich behandeln.

Jeder Vierte über 65 betroffen

Der Vitamin B12-Mangel ist im Alter häufig. So soll ein Viertel der über 65-Jährigen und ein Drittel der 85- bis 93-Jährigen nicht ausreichend damit versorgt sein. Ursache ist beispielsweise eine einseitige Ernährung mit zu geringer B12-Zufuhr, z. B. wenn zu wenig Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte verzehrt werden. Häufig behindern aber auch Magenprobleme wie eine verminderte Magensäureproduktion oder eine chronische Gastritis (Magenschleimhautentzündung) die Aufnahme des Vitamins.

Die Beschwerden durch den B12-Mangel entwickeln sich schleichend über Monate. Zu Beginn dominieren unspezifische Symptome wie Müdigkeit und Erschöpfung. Dann kommen psychische Veränderungen dazu: Die Betroffenen sind labil und reizbar, einige leiden unter Wahnvorstellungen, andere unter Denkstörungen bis hin zur Demenz oder unter depressiven Verstimmungen. Manchmal macht sich auch ein Zungenbrennen bemerkbar. Im Verlauf kann es zu Gangunsicherheit und Missempfindungen an Armen und Beinen kommen. Die für den Vitamin B12-Mangel typische Blutarmut (Anämie) zeigt sich dagegen oft erst nach weiteren Monaten.

Auch bei Normwerten Beschwerden möglich

Bei Verdacht auf einen Vitamin B12-Mangel prüft man zunächst die B12-Werte im Blut. Dabei kann allerdings auch schon bei niedrigen Spiegeln im Normbereich kann ein behandlungsbedürftiger Vitaminmangel vorliegen. Im Zweifel sichern spezielle Blutuntersuchungen wie die Bestimmung von Holo-Transcobalamin oder Methylmalonsäure die Diagnose. Ist ein B12-Mangel nachgewiesen, stehen verschiedene Untersuchungen zur Ursachenfindung an. Dazu gehört beispielsweise die Magenspiegelung.

Je nach Beschwerden und Ausmaß des Mangels wird das Vitamin dann entweder oral oder über wöchentlichen Infusionen verabreicht. Je früher der Vitaminmangel erkannt und ausgeglichen wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Beschwerden wieder zurückbilden. Ist eine Erkrankung wie beispielsweise die Gastritis der Auslöser, wird diese natürlich ebenfalls behandelt.

Ganz wichtig: Der Vitaminmangel sollte nur gezielt und nach ärztlicher Diagnose behandelt werden. Und von Multivitaminpräparaten lässt man sowieso besser ganz die Finger– es gibt viele Hinweise aus der Wissenschaft, dass diese mehr schaden als nützen.

Quelle: Medical Tribune


Menstruationstasse statt Tampons?

Weniger Kosten, weniger Müll

Menstruationstassen sind praktisch: Sie bieten den gleichen Schutz wie Binden oder Tampons, verursachen weniger Müll und sind auch noch billiger als herkömmliche Hygieneprodukte. Doch wie sieht es mit der medizinischen Sicherheit aus?

Einsetzen, rausnehmen, abspülen, einsetzen…

Menstruationstassen sind kleine weiche Trichter aus Silikon, Gummi oder Latex, die in die Scheide eingeführt werden und dort das Menstruationsblut auffangen. Je nach Stärke der Blutung werden sie nach 4 bis 12 Stunden wieder herausgenommen, ausgeleert, abgespült und erneut eingesetzt. Vor und nach jeder Menstruation müssen die Tassen 10 Minuten lang ausgekocht werden. Auf diese Weise lassen sich die kleinen Tassen jahrelang immer wieder verwenden – was ihre Nachhaltigkeit betrifft sind sie also durchaus überzeugend.

Damenhygiene im Vergleich

Doch wie sieht es mit Auslaufschutz, Infektionsgefahr und Handhabung aus? Bei einer aktuellen Analyse von 43 weltweit durchgeführten Studien zu Damenhygieneprodukten, an denen über 3300 Frauen beteiligt waren, kamen britische Forscherinnen zu folgenden Ergebnissen:

  • In puncto Auslaufschutz waren Menstruationstassen gleich sicher wie Tampons und Binden, in einer der analysierten Studien waren die kleinen Tassen sogar überlegen.
  • Das Infektionsrisiko war nicht höher als bei anderen Hygieneprodukten, weder bei amerikanischen, europäischen oder afrikanischen Mädchen und Frauen.
  • Die Tassen hatten keinen negativen Effekt auf die Vaginalflora. In den Studien, in denen Scheide und Gebärmutterhals nachuntersucht wurden, zeigten sich auch keine Gewebeschäden durch die Tassen.
  • Schmerzen, allergische Reaktionen und Harnwegsbeschwerden kamen sehr selten vor.
  • Gut 70% der Frauen, die sich mit Menstruationstassen vertraut gemacht hatten, wollten diese weiterverwenden.

Müll gespart, Kosten gespart

Von großem Vorteil sind auch die Einsparungen durch Menstruationstassen. Menstruationstassen kosten etwa zwischen 0,7 und 47 US-Dollar, sie lassen sich bis zu 10 Jahre lang verwenden. Geht man von dieser Haltbarkeit aus, entstehen pro Periode nur etwa 5 – 7 % der Kosten, die eine Benutzung von Binden und Tampons verursacht. Eingespart wird auch beim Müll: Grob geschätzt verursacht eine Menstruationstasse 0,4% des Plastikmülls von Einwegbinden und 6% von Tampons.

Hat die Tasse einen Haken?

Prinzipiell müssen sich Mädchen und Frauen an die Verwendung von Menstruationstassen erst einmal gewöhnen. Meist sind mehrere Zyklen nötig, um die Handhabung zu erlernen, berichten viele der Anwenderinnen. Dabei ist auch die Art der Menstruationstasse von Bedeutung: Scheidentassen lassen sich einfacher herausnehmen, hier war in den 43 Studien nur in 2 Fällen professionelle Hilfe erforderlich. Bei Tassen, die wie ein Diaphragma über den Gebärmutterhals gestülpt werden, wurde dagegen 47 Mal Hilfe beim Entfernen benötigt.

Problematisch kann es auch werden, wenn zur Verhütung eine Spirale verwendet wird: In einigen Fällen führte das Entfernen der Menstruationstasse zu deren Verrutschen. Der gleichzeitige Einsatz von Spirale und Menstruationstasse muss deshalb noch weiter geprüft werden, betonen die Autorinnen.

Übrigens: Neben Tampons und Binden sind auch Menstruationstassen in der Apotheke erhältlich.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, Lancet


Keine Ohrenschmerzen nach dem Baden

Bade-Otitis vorbeugen

Wenn das Ohr nach dem Schwimmen plötzlich juckt und schmerzt, steckt meist eine Bade-Otitis dahinter. Die Ohrentzündung wird durch Keime im Wasser verursacht. Doch dagegen lässt sich gut vorbeugen.

Keime im Wasser

Ob am See, im Freibad oder im Indoor-Pool: Wer sich gern und viel im Wasser aufhält, sollte besonders gut auf seine Ohren aufpassen. Denn im Wasser befinden sich immer auch Keime, die beim Schwimmen in den Gehörgang geschwemmt werden. Gelangen die Keime – meist Bakterien – über kleinste Verletzungen am Gehörgang in den Körper, droht eine Entzündung des Gehörgangs. Betroffene klagen dann über Jucken und Schmerzen am Ohr und Ohrknorpel. Der Gehörgang selbst ist meist gerötet oder schuppig, manchmal kommt es auch zu Ausfluss aus dem Ohr.

Wichtig ist es, schnell mit der Behandlung zu beginnen. Denn ärztlich versorgt, heilt die Bade-Otitis meist schnell wieder ab. Verschleppt man die Entzündung aber, kann sich die Otitis auf das Mittelohr ausbreiten und eine Mittelohrentzündung verursachen.

Hände weg von Wattestäbchen

Damit es erst gar nicht zu einer Bade-Otitis kommt, sollte man zwei Verhaltensregeln beachten:

  • Ohren nach dem Baden gut abtrocken. Dazu lässt man direkt nach dem Schwimmen das Wasser zunächst aus dem Ohr ablaufen, indem man den Kopf schief hält. Danach sollte man die Ohrmuscheln zusätzlich mit einem Handtuch trocken rubbeln oder auch trocken föhnen.
  • Keine Wattestäbchen benutzen. Die Keime aus dem Wasser können nur dann in den Gehörgang eindringen, wenn die Haut dort nicht intakt ist. Als Wegbereiter für eine Infektion genügen schon kleinste Risse. Am häufigsten fügen sich die Betroffenen diese selbst zu, wenn sie die Ohren mit einem Wattestäbchen reinigen. Besonders groß ist die Verletzungsgefahr nach dem Schwimmen, Baden oder Duschen. Die Haut ist dann nämlich aufgequollen und besonders empfindlich.

Übrigens: Keime befinden sich nicht nur in Außengewässern. Selbst Chlorwasser kann nicht alle Keime im Wasser abtöten.

Quelle: HNO-Ärzte im Netz


Rauchstopp lohnt sich auch fürs Herz

Das freut nicht nur die Lunge

Mit dem Rauchen aufzuhören nützt nicht nur der Lunge. Auch das Herz profitiert vom Rauchstopp, wie eine aktuelle Analyse ergeben hat.

Lungenkrebs und Herzinfarkt inbegriffen

Ob Zigaretten, Pfeife oder Zigarren: Tabakrauchen gehört zu den schädlichsten Angewohnheiten überhaupt. Die stärksten Auswirkungen hat der blaue Dunst auf Lunge und Herz-Kreislauf-System. Es drohen Lungenkrebs, Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall. Schätzungen zufolge soll jeder zehnte Herz-Kreislauf-Tod auf das Rauchen zurückzuführen sein.

Doch es ist nie zu spät, mit der Qualmerei aufzuhören. Dass nach dem Rauchstopp das Risiko für Lungenkrebs deutlich sinkt, ist schon lange bekannt. Nun zeigen aktuelle Daten, dass auch Patient*innen mit koronarer Herzkrankheit und Herzinfarkt oder Schlaganfall davon profitieren.

Ein Drittel weniger Zweit-Infarkte

Für die Auswertung durchforstete eine Arbeitsgruppe 68 Studien mit mehr als 80 000 Raucher*innen, die alle an einer koronaren Herzkrankheit gelitten hatten und im weiteren Verlauf entweder mit dem Rauchen aufgehört oder weitergepafft hatten.

Das Ergebnis: Rauchverzicht lohnt sich auch nach dem ersten Herzinfarkt noch. Das Risiko für einen erneuten Infarkt ließ sich dadurch um ein Drittel reduzieren, schreiben die Forscher*innen. Das Gleiche gilt für den Schlaganfall. Auch hier sank das Risiko für einen zweiten Anfall um ein Drittel.

Keine Sorge um die Lebensqualität

In einigen der Studien hatte man auch Daten zur Lebensqualität erhoben. Diese verschlechterte sich durch den Rauchverzicht nicht – obwohl dies von Raucher*innen häufig befürchtet wird. Im Gegenteil. Die Untersuchungen zeigten, dass sich die Ex-Raucher*innen langfristig sogar etwas besser fühlten als die Teilnehmer*innen, die weiter geraucht hatten.

Hilfsangebote gibt es viele

Für Menschen, die mit dem Rauchen aufhören möchten, gibt es zahlreiche Hilfsangebote. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet beispielsweise Online-Programme, Broschüren, Gruppenkurse und eine kostenfreie Telefonberatung auf ihrer Rauchfrei-Webseite.

Quelle: Cochrane Library


Vorzeitigen Samenerguss behandeln

Hilft ein Stimulationspflaster?

Ein vorzeitiger Samenerguss ist für die betroffenen Männer sehr belastend. Therapeutisch lässt sich bisher nicht allzuviel dagegen tun. In naher Zukunft soll ein elektrisches Stimulationspflaster helfen.

Sexualberatung und Antidepressiva können helfen

Von einem vorzeitigen Samenerguss spricht man, wenn ein Mann regelmäßig beim Sex innerhalb einer Minute nach dem Einführen des Penis zum Erguss kommt. In seltenen Fällen ist dafür eine Erkrankung, wie z.B. eine Entzündung der Prostata, verantwortlich. Meistens lässt sich dafür jedoch keine organische Ursache finden.

Ist der vorzeitige Samenerguss belastend, können sexualtherapeutische Behandlungen helfen. Auch Medikamente werden eingesetzt. Bestimmte Antidepressiva (selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, kurz SSRI) können die Zeit bis zum Erguss verlängern. Das bisher einzige dafür zugelassene SSRI ist Dapoxetin, es dehnt die Dauer bis zum Erguss um eine bis eineinhalb Minuten. Andere SSRI sollen wirksamer sein, müssen aber von der Ärzt*in off-label verschrieben werden.

Elektrische Stimulation am Damm

Seit kurzem gibt es für betroffene Männer Hoffnung auf eine neue Option: Ein Pflaster, das auf den Damm aufgeklebt wird und diesen elektrisch stimuliert. Durch die Kontraktion des Beckenbodens sollen Höhepunkt und Ejakulation herausgezögert werden. Das Pflaster wird unter dem Namen vPatch vermarktet und soll voraussichtlich 2023 auf den Markt kommen.

Eine erste Studie dazu hat jetzt positive Ergebnis erzielt. Darin verlängerte das Stimulationspflaster bei 34 betroffenen Männern verlängerte es die Zeit vom Einführen des Penis in die Vagina bis zum Erguss von durchschnittlich 67 auf 123 Sekunden. Bei 17 Männer, die stattdessen eine Scheinstimulation am Damm erhalten hatten, besserte sich diese Zeit nur um durchschnittlich 18 Sekunden.

Quelle: medscape


Mit Honig gegen Husten

Natürlicher Helfer

Mit dem Herbst beginnt auch die Erkältungszeit. Doch nicht jede Atemwegsinfektion muss auch mit Medikamenten behandelt werden. Eine Studie aus Oxford empfiehlt stattdessen ein altes Hausmittel.

Besser als übliche Erkältungsmittel?

Bei vielen Deutschen kommt er regelmäßig auf den Tisch: Honig. Dass Honig aber nicht nur so manches Frühstück versüßt, sondern auch medizinisch wirksam ist, vermuten Wissenschaftler*innen schon seit langem. Eine Gruppe der Oxford University Medical School hat das Naturprodukt nun genauer unter die Lupe genommen. Um herauszufinden, wie gut Honig bei Atemwegsinfekten hilft, haben sie 14 Studien mit 1761 Teilnehmern systematisch ausgewertet. Als Vergleich diente die Therapie mit üblichen Erkältungsmedikamenten, also etwa Schleimlösern, Hustenmitteln und Schmerzmitteln.

Erkältungsmittel mit Zusatzeffekt

Der Einsatz von Honig könnte auch einen weiteren positiven Nebeneffekt haben: einen geringeren Einsatz von Antibiotika. „Infektionen der oberen Atemwege sind der häufigste Grund für Verschreibung von Antibiotika“, erklärten die Forscher*innen. Da aber meist Viren hinter den Symptomen stecken, sind Antibiotika oft wirkungslos. Umso mehr interessierte die Forscher, ob der Honig eine wirksame Therapieoption sein könnte.

Sicher und wirksam

Zwar wiesen einige der ausgewerteten Studien methodische Schwächen wie eine fehlende Kontrollgruppe auf. Die Wissenschaftler*innen überzeugte das Ergebnis aber dennoch. Insbesondere bei Husten war der Honig den üblichen Therapien überlegen. Zwei Studien zeigten, dass die Erkältungssymptome durch seinen Einsatz um 1 bis 2 Tage verkürzt wurden. Hinzu kommt, dass Honig so gut wie keine Nebenwirkungen hat. „Honig könnte daher eine Alternative darstellen, wenn Ärzt*innen etwas verschreiben wollen, um Symptome der oberen Atemwege sicher zu behandeln“, lautete das Fazit der Forscher*innen.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt


Probiotika bei Durchfall

Geldmacherei oder wirksame Therapie?

Sofa, Salzstangen und Cola – viele Betroffene kurieren ihren Durchfall noch immer mit Omas Hausmitteln aus. Doch auch Hersteller von Probiotika versprechen schnelle Hilfe. Zu Recht?

Lebende Bakterien

Dünner, wässriger Stuhl und das im Stundentakt: Bei Durchfall ist der Darm ganz schön aus dem Gleichgewicht. Probiotika – so das Versprechen einiger Hersteller - sollen die Beschwerden lindern und die Krankheitsdauer verkürzen. Als kleine Kapseln oder Pulver aus der Apotheke sind sie schon lange ein beliebtes Mittel unter Verbraucher*innen, um die Darmflora zu stärken. Die Präparate enthalten nämlich lebende Bakterien, die den Bakterien in der körpereigenen Darmflora ähneln.

Krankheitserreger im Darm

Doch warum sollen Probiotika auch bei Durchfall helfen? Bei Durchfall spielt die Darmflora ebenfalls eine wichtige Rolle. Oft lösen Krankheitserreger wie Salmonellen oder Noroviren die Beschwerden aus. Sie reichern sich im Darm an und reizen ihn. Die Folge: Häufiger, wässriger Stuhlgang. Eine gesunde, durch Probiotika gestärkte Darmflora soll die Krankheitserreger jedoch verdrängen und den Durchfall stoppen – so die Theorie.

Ernüchternde Ergebnisse

Um diese Theorie zu prüfen, haben Wissenschaftler*innen viele Studien ausgewertet und zusammengefasst. Die Ergebnisse sind jedoch ernüchternd: Die Einnahme von Probiotika sorgt nicht dafür, dass der Durchfall schneller abklingt. Das gilt jedoch nur für die ersten zwei Tage der Erkrankung. Ob Probiotika bei länger andauerndem Durchfall die Krankheitsdauer reduzieren, konnten die Wissenschaftler*innen wegen der schlechten Datenqualität nicht untersuchen. Dafür sind weitere Studien notwendig.

Quellen: Cochrane Bibliothek und Blog


Tipps gegen den Durst

Für Herz- und Nierenkranke

Wer Durst hat, sollte trinken. Doch manche Menschen müssen aufgrund einer Erkrankung ihre Flüssigkeitsaufnahme einschränken. Was können sie tun, um ihren Durst zu lindern?

Wenn Flüssigkeit gefährlich wird

Ein ausgeglichener Flüssigkeitshaushalt ist für den Körper enorm wichtig. Denn nur so können Herz, Gehirn, Nerven und Stoffwechsel richtig funktionieren. Mit dem Signal Durst sagt unser Körper, wann Trinken angesagt ist. Doch bei einigen Erkrankungen müssen die Betroffenen ihr Durstgefühl missachten und die Zufuhr von Flüssigkeit kontrollieren.

Typisches Beispiel ist die Herzschwäche. Kann das Herz das Blut nicht mehr kraftvoll durch den Körper pumpen, kommt es schnell zu Flüssigkeitsansammlungen unter der Haut oder sogar in der Lunge (Ödeme). Das Gleiche gilt für Nierenerkrankungen, bei denen die Niere das Wasser nicht mehr ausreichend ausscheiden kann. Lebererkrankungen können wiederum durch eine veränderte Zusammensetzung der Bluteiweiße zu einer gefährlichen Ansammlung von Wasser im Bauchraum (Aszites) führen. Dagegen hilft nur eines: Die Zufuhr von Flüssigkeit zu reduzieren.

Von salzarmer Kost bis Mundspray

Doch für die Betroffenen ist es sehr schwer, nicht nach Belieben und Durstgefühl trinken zu dürfen. Mit diesen Tipps fällt das Trinkmanagement etwas leichter:

  • Die täglich erlaubte Trinkmenge gut einteilen. Einen Teil davon für nächtliches Trinken bereithalten.
  • Bei der Trinkmenge versteckte Flüssigkeiten mitberücksichtigen. Sie kommen in Suppe, Pudding, Obst und Gemüse vor.
  • Salzarm kochen und Zucker reduzieren. Beides verursacht Durst.
  • Regelmäßig und in kleinen Schlucken trinken. Nicht auf den Durst warten.
  • Kleine und schmale Trinkgefäße benutzen.
  • Heiße Getränke vorziehen. Sie sorgen automatisch dafür, dass man langsam trinkt.
  • Medikamente möglichst mit dem Essen einnehmen. Das spart Trinkflüssigkeit.
  • Zwischendurch kleine Eiswürfel oder tiefgefrorene Beeren lutschen. Auch Zitrone wirkt erfrischend und regt die Speicheldrüsen an.
  • Trockene Raumluft meiden. Durch sie trocknen Haut und Körper zusätzlich aus.
  • Mit geschlossenem Mund atmen und bei spröden Lippen einen Lippenpflegestift benutzen.
  • Mundsprays verwenden oder den Mund immer wieder mit Wasser ausspülen. Das befeuchtet die Schleimhäute.

Quelle: ptaheute


So planscht es sich sauber

Keime ausbremsen

Planschbecken und Pools können sich schnell zu Brutstätten von Keimen entwickeln. Zum Glück gibt´s einfache Tipps, damit das Wasser länger sauber bleibt und das sommerliche Badevergnügen hygienisch ist.

Haut- und Darmkeime inbegriffen

In der Sommerhitze schießen in den Gärten und auf den Balkonen Planschbecken und Framepools wie Pilze aus dem Boden. Doch je mehr sie genutzt werden, desto schneller sammeln sich darin von der Haut und aus dem Darm eingeschleppte Keime. Bei hohen Temperaturen können sich diese rasant im Wasser vermehren und dann leicht zu Blasen- und Bindehautentzündungen führen. Um das zu vermeiden ist, auch beim heimischen Plansch- und Badespaß Hygiene angesagt.

Bei kleinen Planschbecken geht das am leichtesten: Sie sollten täglich neu mit frischem Leitungswasser befüllt werden. Dann muss man es auch nicht desinfizieren. Weil in dem gebrauchten Wasser keine Chemikalien sind, kann man das Wasser gut zum Blumengießen verwenden.

Abdecken, sauber halten, desinfizieren

Bei größeren Pools ist ein täglicher Wasseraustausch wenig praktikabel. Hier muss auf andere Weise für Hygiene gesorgt werden:

  • Abdecken. Wenn der Pool nicht genutzt wird, schützt man ihn am besten mit einer passenden Abdeckung vor Verschmutzung und Keimeintrag von außen.
  • Desinfizieren. Chlor tötet Bakterien und andere Keime ab und hemmt die Algenbildung. Pro Liter Wasser wird meist ein Chlorgehalt von etwa 0,3 bis 0,6 mg empfohlen. Das Chlor kann flüssig oder als Tabletten hinzugefügt werden. Auf jeden Fall müssen die Anweisungen des Herstellers beachtet werden. Ob gechlortes Wasser zum Blumengießen genutzt werden darf, ist umstritten und kommt darauf an, wie hoch der Chlorgehalt ist. Experten raten oft, es über die Kanalisation zu entsorgen.
  • pH-Wert kontrollieren. Chlor wirkt am besten bei einem Wasser-ph-Wert zwischen 7,0 und 7,4. Dieser lässt sich mit Teststäbchen oder speziellen Geräten messen. Liegt der ph-Wert darunter oder darüber, kann man ihn mit Granulaten erhöhen oder senken.
  • Sauber halten. Grobe Bestandteile wie Blätter oder Insekten sind regelmäßig mit einem Sieb oder Kescher zu entfernen. Oft bildet sich trotz Chlorierung an Boden und Wänden ein glitschiger Biofilm aus Bakterien und Algen. Ihm rückt man mit einem speziellen Pool-Bodensauger zu Leibe.
  • Filtern. Sandfilter mit Quarzsand halten Algen, Schmutzpartikel und Bakterien zurück. Diese Anlagen sind auch für den heimischen Swimmingpool zu empfehlen.

Gründlich duschen hilft auch

Es gibt noch einen ganz einfachen Tipp, die Keimbelastung im eigenen Pool zu reduzieren: Vor dem Eintauchen gründlich Duschen. Auf diese Weise bleiben Schweiß, Hautkeime und Kosmetika dem Wasser fern. Und dass ins Becken nicht hineingepieselt werden sollte, versteht sich eigentlich von selbst.

Quellen: ptaheute


5 Tipps für die Narbenpflege

Von Narbengel bis Sonnenschutz

Ob nach einer Operation oder einem Unfall: Wenn Wunden abheilen, entstehen oft Narben. Diese Tipps helfen, damit das Narbengewebe möglichst unauffällig bleibt.

Tipp 1: Betroffene Haut schonen.

Mechanische Belastungen wie Zug, Druck oder Dehnung setzen das Narbengewebe unter Stress und sollten deswegen möglichst vermieden werden. Das bedeutet etwa, dass Sport in den ersten vier bis acht Wochen der Wundheilung tabu ist. Auch enge, scheuernde Kleidung oder Schmuck belasten die Narbe – im schlimmsten Fall beginnt das sich erneuernde Gewebe auf Grund der Reize zu wuchern oder die Narbe bricht sogar auf.

Tipp 2: Keine Sonne an die Narbe.

„Normale“ Haut schützt sich vor UV-Strahlen, in dem sie vermehrt Melatonin bildet. Frisches Narbengewebe kann das nicht – und ist deswegen besonders empfindlich gegenüber Sonneneinstrahlung. Narben sollten also entweder abgedeckt oder täglich mit Sonnenschutzmitteln mit hohem Lichtschutzfaktor eingecremt werden. Wichtig: Das Sonnenschutzprogramm muss ein Jahr durchgehalten werden. Erst dann wandern wieder Melanozyten in das Narbengewebe ein.

Tipp 3: Narbenpflegeprodukte verwenden.

Ob Narbenpflegeprodukte tatsächlich zu einer schöneren Narbe verhelfen, ist noch nicht abschließend geklärt. In der Leitlinie zum Thema „Therapie von Narben“ kommen Expert*innen aber zu dem Schluss, dass der Einsatz von speziellen Pflegeprodukten erwogen werden sollte. Solche Präparate enthalten beispielsweise Silikon oder Zwiebelextrakte und werden bestenfalls in die Narbe einmassiert. Allerdings ist auch hier Durchhaltevermögen gefragt. Am besten wendet man die Produkte ein- bis zweimal täglich über mehrere Monate hinweg an.

Tipp 4: Narbe vorsichtig kneten.

Wer sowieso regelmäßig Pflegeprodukte aufträgt, kann die Gelegenheit für eine Massage der Narbe nutzen. Das – gerne kräftige - Durchkneten soll verhindern, dass das Narbengewebe „verklebt“. Dazu legt man sich die betroffene Haut in einer Falte zwischen Daumen und Zeigefinger und rollt sie hin und her. In den ersten zwei Monaten sollte man zweimal täglich für ein paar Minuten aktiv werden, später genügt eine Massagesitzung pro Tag.

Tipp 5: Früh beginnen.

Bis die Fäden gezogen oder die Wunde gut verschlossen ist, gilt: Finger weg! Danach aber wird es Zeit, mit einem Narbenregenerationsprogramm beginnen. Denn frische Narben „arbeiten“ noch. Das heißt, dass sich das Gewebe ständig umbaut und es noch besonders empfänglich für Behandlungen ist. Eine sogenannte „reife“ Narbe (ab 2 Jahren) hingegen ist viel schwieriger zu beeinflussen.

Quellen: PTA heute, Ausgabe 15&16/ 2021, AWMF-Leitlinie Therapie pathologischer Narben, hypertrophe Narben, Keloide



Tabuthema Analbeschwerden

Selbstmedikation bei Hämorrhoiden?

Juckreiz am Po, Blut im Stuhl, Fremdkörpergefühl oder Schmerzen beim Stuhlgang: Analbeschwerden sind für viele ein Tabuthema. Oft sind diese Symptome ein Zeichen für vergrößerte Hämorrhoiden. Diese sind meist einfach zu bekämpfen, erklärt ein Experte der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA).

Jeder hat Hämorrhoiden

Hämorrhoiden bezeichnen die Gefäße am Po, welche den Darmausgang abdichten. Bei einigen Menschen vergrößern oder verändern sie sich. Dies ist meist mit Schmerzen verbunden. Gegen die Beschwerden helfen spezielle Salben, Zäpfchen, Analtampons. Einige lindern Juckreiz und Schmerzen, da sie betäubende oder entzündungshemmende Wirkstoffe enthalten. Diese sollten Patient*innen jedoch nur wenige Tage benutzen, da die Salben die Schleimhäute reizen. Salben mit Hammamelis bewirken, dass sich die Gefäße am Po wieder zusammenziehen. Sie wirken so der Ursache der Hämorrhoiden entgegen. Sitzbäder mit Kamillenblüten lindern die Beschwerden im Akutfall zusätzlich. Die Temperatur sollte dabei nicht zu heiß sein. 20 Minuten pro Tag sind ausreichend.

Thomas Benkert von der ABDA rät Patienten zu einem Arztbesuch, wenn die Beschwerden das erste Mal aufgetreten sind oder über längere Zeit anhalten. Nur ein Mediziner kann feststellen, ob die Hämorrhoiden überhaupt die Ursache der Analbeschwerden sind. „Eine Selbstmedikation von Hämorrhoidalleiden ist nur sinnvoll, nachdem schwerwiegende Erkrankungen ausgeschlossen wurden“, gibt Benkert zu bedenken.

Über Anwendung beraten lassen

Bei der Anwendung von Hämorrhoidenmitteln gibt es einiges zu beachten. Zäpfchen dürfen nur soweit in den Darm gelangen, dass sie noch ertastbar sind. Besser eignen sich Zäpfchen mit Mulleinlagen, auch Analtampons genannt. Wird Salbe mit einer Plastiktube in den Darm eingebracht, sollten Patienten die Tube beim Herausziehen zusammendrücken. Dies verhindert, dass der Inhalt zurückfließt. „Lassen Sie sich von Ihrem Apotheker die richtige Anwendung erklären. Jede Apotheke bietet diskrete Beratungen an, zum Beispiel in einem separaten Raum“, rät Benkert abschließend.

Quellen: ABDA, Deutsche Apotheker Zeitung


Vorsicht beim Sprung ins Wasser

Achtung Kälteschock

Was gibt es Schöneres, als bei großer Hitze ins kühle Nass zu springen? Doch hier ist Vorsicht angesagt: Durch einen Kälteschock kann die Erfrischung lebensbedrohlich sein.

Tauchreflex hält Wasser aus den Atemwegen

In der Sommerhitze sind Badeseen und das Meer verlockend. Denn je nach Lage ist das Wasser noch kühl genug für eine Erfrischung. Unvermittelt oder überhitzt sollte man allerdings nicht in kalte Gewässer springen. Denn dann droht ein lebensgefährlicher Kälteschock.

Dahinter stecken zwei körpereigene Reflexe. Zum einen der Tauchreflex. Durch ihn hält man unwillkürlich den Atem an, sobald Wasser ins Gesicht gelangt. Der Tauchreflex sorgt dafür, dass kein Wasser in die Atemwege eindringt. Gleichzeitig wird das parasympathische Nervensystem aktiviert und dadurch der Herzschlag verlangsamt.

Schnellatmung arbeitet dagegen

Ist das Wasser aber sehr kalt bzw. der Temperaturunterschied von Wasser und Außentemperatur sehr groß, kommt es zu einem gegenteiligen Reflex, und zwar zu einer Hyperventilation. Darunter versteht man eine beschleunigte und vertiefte Atmung. Diese Schnellatmung hebelt den Tauchreflex aus und verhindert das unwillkürliche Luftanhalten: Jetzt kann Wasser in die Lunge eintreten und die Betroffene droht, zu ertrinken. Gleichzeitig fehlt die Luft, um nach Hilfe zu rufen.

Herzkranke besonders gefährdet

Auch ohne diese Reflexe kann ein Kältereiz durch Wasser gefährlich sein. Denn dadurch ziehen sich die Blutgefäße in Armen und Beinen zusammen und es steigen Blutdruck und Herzschlag. Bei Patient*innen mit Herzerkrankungen kann dies zu Herzrhythmusstörungen oder Herzstillstand führen.

Gegen Kälteschock und Kältereiz vorzubeugen ist einfach. Langsam ins Wasser gehen, auch wenn es vermeintlich warm genug ist. Ganz wichtig: Mit Alkohol zurückhalten. Der erweitert die Gefäße, was die Kreislaufbelastung noch zusätzlich vergrößert.

Quelle: ptaheute


Wächst sich die Erdnussallergie aus?

Kind mit Nahrungsmittelallergie

Hühnereiweiß- oder Erdnussallergien sind bei kleinen Kindern häufig. Zum Glück bilden sich diese Unverträglichkeiten im Verlauf der Jahre oft wieder zurück. Doch wie groß sind die Chancen, dass die Allergien wieder verschwinden und welche Hinweise sprechen für eine gute Prognose?

Verlauf der Allergien sehr variabel

Immer mehr Kinder entwickeln im ersten Lebensjahr eine Allergie gegen Hühnereiweiß oder Erdnüsse. Sie zeigen sich z.B. durch Koliken oder Erbrechen nach dem Essen oder Hautekzeme. Der Verlauf dieser Unverträglichkeit variiert jedoch stark. Manche Betroffenen müssen sich ihr ganzes Leben vor den Allergenen hüten, bei anderen geht der Spuk innerhalb der nächsten Lebensjahre vorüber.

Um mehr Klarheit zu Häufigkeiten und Prognose von Hühnereiweiß- und Erdnussallergien zu bekommen, haben australische Forscher*innen eine Studie eingeleitet. Sie sammelten die Daten von über 5000 Säuglingen und beobachteten deren Allergieentwicklung bis zum sechsten Lebensjahr. 9,5% der teilnehmenden Kinder litten im ersten Lebensjahr unter einer Allergie gegen Hühnereiweiß, 3,1% unter einer Allergie gegen Erdnüsse. Nachgewiesen wurden die Unverträglichkeiten mit Provokations- und Hauttests.

Fast alle Hühnereiweißallergien verschwunden

Im sechsten Lebensjahr waren 89% der Eiallergien und 29% der Erdnussallergien wieder verschwunden. Die Forscher*innen konnten auch ein prognostisch ungünstiges Zeichen ausmachen: Kinder mit schwerem allergischem Hautekzem hatten ein höheres Risiko, dass ihre Ei- oder Erdnussallergie bestehen blieb. Gleiches galt für diejenigen, die zusätzlich gegen andere Nahrungsmittel allergisch waren.

Bei schweren Hauterscheinungen Immuntherapie erwägen

Eltern von Babys mit Hühnereiweißallergie kann man also beruhigen: Fast alle diese Unverträglichkeiten verschwinden bis zum Schulalter. Bei Erdnussallergie wird immerhin ein Drittel der Kinder tolerant. Bei Kindern mit den genannten Allergien und schweren Hautekzemen muss man jedoch davon ausgehen, dass sich die Unverträglichkeit eher nicht „auswächst“. In diesen Fällen sollte man frühzeitig eine Immuntherapie in Erwägung ziehen.

Quelle: Springer Medizin / Journal of Allergy and Clinical Immunology


Befreiung von Rezeptgebühr

Bei Krankenkassen beantragen

Für Patient*innen mit häufigen Verschreibungen bedeuten die jährlichen Rezeptgebühren eine erhebliche finanzielle Belastung. Abhilfe verspricht eine Zuzahlungsbefreiung von der Krankenkasse. Doch welche Voraussetzungen sind für eine Befreiung notwendig?

Grenze für Zuzahlung erreicht?

Egal ob Medikamente, Hilfsmittel oder Krankenhausaufenthalte: Bei vielen medizinischen Leistungen müssen die Patient*innen einen kleinen Teil der Kosten aus eigener Tasche bezahlen. Wie hoch der Betrag ist, richtet sich nach dem jährlichen Brutto-Haushaltseinkommen. Um die Haushalte nicht zu sehr zu belasten, hat der Gesetzgeber eine Höchstgrenze für den jährlichen Eigenanteil eines Haushalts festgelegt. Diese Grenze ist aktuell bei 2%. Chronisch Kranke müssen sogar lediglich 1% der jährlichen Kosten übernehmen.

Ist die Belastungsgrenze überschritten, befreit die Krankenkasse die Patient*innen von alles Zuzahlungen für den Rest des Jahres. Doch Vorsicht: Für die Befreiung muss die Patient*in einen Antrag bei der Krankenkasse einreichen und alle entstandenen Kosten nachweisen. Am besten bewahren die Patient*innen deshalb den Beleg nach dem Einkauf in der Apotheke auf. Dabei ist wichtig, dass alle Belege den korrekten und vollständigen Namen des Versicherten enthalten. Bei Bedarf legen viele Apotheken für Stammkund*innen auch ein Kundenkonto an, über das problemlos alle geleisteten Zahlungen abrufbar sind.

Befreiung im Voraus

Viele chronisch kranke Menschen wissen schon zu Jahresbeginn, dass die Zuzahlungen des kommenden Jahres die Belastungsgrenze überschreiten. In diesem Fall ist eine Befreiung im Voraus sinnvoll. Mit dem Zuzahlungsrechner lässt sich die individuelle Belastungsrechner für das kommende Jahr ganz einfach selbst berechnen.

Quelle: ABDA, Bundeministerium für Gesundheit, Apothekerkammer Niedersachsen