Elektrolyte sind Mineralstoffe, die positiv und negativ geladene Teilchen verschiedener chemischer Elemente enthalten. Ein Beispiel hierfür ist Natriumchlorid oder Kochsalz, das aus dem positiv geladenen Natriumion und dem negativ geladenen Chloridion besteht.

Was sind Elektrolyte?

Elektrolyte sind Mineralstoffe, die der Körper für lebenswichtige Aufgaben benötigt. Nur wenn die Mineralstoffe in einer ausgewogenen Menge vorhanden sind, können im Körper die Funktionen des Organismus reibungslos ablaufen. Dafür sind manche Mineralstoffe nur in geringsten Mengen notwendig.

 

Der Körper ist nicht in der Lage, die notwendigen Elektrolyte selbst herzustellen. Daher müssen alle Elektrolyte täglich mit der Nahrung und den Getränken aufgenommen werden, um den Bedarf des Körpers zu decken. Da die Mineralstoffe aber auch in der Nahrung zum Teil nur in Spuren vorkommen, ist auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Ausgeschieden werden die Elektrolyte dann wieder hauptsächlich über die Nieren, aber auch über den Stuhl und die Haut.

Die wichtigsten Elektrolyte für die Funktionen des menschlichen Körpers sind die positiv geladenen Elektrolyte Natrium, Kalium, Magnesium und Kalzium und die negativ geladenen Elektrolyte Chlorid und Phosphat.

Dabei sind die Elektrolyte unterschiedlich im Körper verteilt. Einige befinden sich überwiegend in den Zellen, sind also hauptsächlich intrazellulär zu finden, während andere Elektrolyte im Blutkreislauf zirkulieren, und sich daher außerhalb der Zellen, also extrazellulär, aufhalten.

So ist innerhalb der Zellen viel mehr Kalium, Magnesium und Phosphat vorhanden als außerhalb der Zellen, während außerhalb viel mehr Natrium, Kalzium und Chlorid vorkommt.

Die unterschiedliche Verteilung der Elektrolyte im Inneren und außerhalb der Zellen gewährleistet, dass sie von außen nach innen und umgekehrt transportiert werden können, wodurch das Gleichgewicht der Elektrolyte erhalten bleibt. Dadurch kann auch die Spannung an den Zellwänden im Bedarfsfall geändert werden.

Was machen Elektrolyte?

Nur wenn die Verteilung der Elektrolyte zwischen Innen und Außen geregelt und damit auch Spannungsänderungen in den Zellwänden ermöglicht werden, können die Zellen ihre Aufgabe erfüllen, Informationen untereinander austauschen und damit die Zellen des Körpers lebensfähig zu erhalten.

Die Spannungsänderungen ermöglichen so zum Beispiel die elektrische Aktivität von Nerven- und Muskelzellen. Die Verteilung der Elektrolyte ermöglicht auch erst einen geregelten Flüssigkeitsaustausch zwischen dem Raum innerhalb der Zellen und dem Raum außerhalb, dem so genannten Extrazellularraum.

Dadurch wird der Wasserhaushalt des Körpers bestimmt. Das ist äußerst wichtig, denn der Körper besteht zu etwa 70 Prozent aus Wasser. Zwei Drittel befinden sich in und ein Drittel außerhalb der Zellen. Nur wenn genügend Wasser und damit auch genügend Elektrolyte im Körper vorhanden sind und sie gleichmäßig im Körper und dann auch noch im richtigen Verhältnis vorliegen, kann der Körper optimal funktionieren.

Der Körper setzt verschiedene Mittel ein, um diese Verteilung zu überwachen und bei Bedarf neu einzustellen. Dazu verwendet er unter anderem unterschiedliche Hormone. Hormone sind wichtige Botenstoffe, mit deren Hilfe der Körper mit seinen Organen, Geweben und Zellen Informationen austauscht.

Die Hormone, die der Körper zur Regulierung des Wasserhaushaltes und damit der Elektrolyte einsetzt, sind das Antidiuretische Hormon, das so genannte Vasopressin, und das Aldosteron.

Das Vasopressin wird in einem bestimmten Areal des Gehirns, dem Hypothalamus, gebildet. Es wirkt einer Störung der Elektrolytmenge oder einer Abnahme der Flüssigkeitsmenge im Körper entgegen, in dem es der Niere befiehlt, nicht zu viel Flüssigkeit mit dem Urin aus dem Körper auszuscheiden.

Wie werden Elektrolyte reguliert?

Eine Störung des Elektrolytgleichgewichts oder eine Abnahme der Flüssigkeitsmenge im Körper können auftreten, wenn der Betroffene zu wenig trinkt, zu viel Salz mit der Nahrung aufnimmt oder zu viel Flüssigkeit in Form von Schweiß oder Blut verliert.

Die Flüssigkeitsabnahme im Körper zeigt sich dadurch, dass das Blut eindickt oder die Menge an Blut abnimmt, wodurch der Blutdruck im Körper sinkt. Vasopressin normalisiert also das Gleichgewicht der Elektrolyte und die Wassermenge im Körper.

Das Aldosteron wird in der Nebennierenrinde gebildet. Wenn die Wassermenge im Körper abnimmt und damit der Blutdruck sinkt, oder die Blutmenge im Körper abnimmt und damit das Gleichgewicht der Elektrolyte stört, z. B. durch eine vermehrte Kaliummenge im Körper oder durch einen vermehrten Natriumverlust mit dem Urin, gibt das Aldosteron der Niere den Befehl, vermehrt Natriumsalze und Wasser aus dem Urin zu entziehen und dem Körper zurückzugeben.

Gleichzeitig werden auf Befehl des Aldosterons Kalium- und Kalziumsalze mit dem Urin ausgeschieden. So normalisieren sich auch hier wieder die Wassermenge und das Gleichgewicht der Elektrolyte im Körper.

Es existiert aber noch ein drittes Hormon, das in den Elektrolythaushalt eingreift. Dieses wird als natriuretisches Peptid bezeichnet und im Herzen gebildet. Die natriuretischen Peptide greifen dann ein, wenn das Gleichgewicht der Elektrolyte im Körper durch eine vermehrte Natriummenge gestört ist oder der Körper zu viel Flüssigkeit enthält.

Sie geben der Niere den Auftrag, mehr Natrium und mehr Flüssigkeit mit dem Urin auszuscheiden. Da diese drei Hormone den Elektrolyt- und den Wasserhaushalt dadurch regeln, dass sie den Nieren Anweisungen geben, gelingt ihnen die Regulierung aber nur dann, wenn die Nieren gesund sind und normal funktionieren.

Elektrolytstörungen

Werden zu viele Elektrolyte aufgenommen oder zu viele Elektrolyte ausgeschieden, wird das Gleichgewicht der Elektrolyte gestört und damit auch der gesamte Wasserhaushalt. Diese Störung kann unterschiedliche, teils lebensbedrohliche Beschwerden, hervorrufen.

Die häufigste Ursache für diese Störungen ist die übermäßige Einnahme von Wasser treibenden Mitteln, denn sie erhöhen die Ausscheidung von Natrium und Kalium mit dem Urin. Bei einer Nierenschädigung jedoch ist die Kaliumausscheidung über den Urin gestört und es kommt zu einer Zunahme von Kalium im Blut.

Die regelmäßige Einnahme von Abführmitteln kann ebenfalls zu Elektrolytstörungen führen, weil mit dem Stuhl zu viele Elektrolyte ausgeschieden werden. Auch Probleme im Magen-Darm-Trakt können zu einer Aufnahmestörung der Mineralstoffe aus der Nahrung führen, da sich dann die Zusammensetzung der Elektrolyte im Blut ändert.

Starkes Schwitzen bei körperlicher Anstrengung, bei Erbrechen oder Durchfall führt ebenfalls zu Verlusten von Elektrolyten. Ein erhöhter Elektrolytbedarf des Körpers besteht zum Beispiel während der Schwangerschaft, der Stillzeit und bei der Einnahme mancher Medikamente.

Entsprechend den verschiedenen Funktionen von Elektrolyten haben Elektrolytstörungen unterschiedliche Auswirkungen. Sie können von einer Überwässerung über Verwirrtheit wegen Veränderungen der Nervenaktivität bis hin zu Herzrhythmusstörungen und Koma reichen. Da die Symptome oft nicht eindeutig auf Elektrolytveränderungen hinweisen, gelingt es oft nur durch eine Blutuntersuchung, eventuell durch ein EKG, die Störung festzustellen.

IFEMEDI, Institut für ernährungsmedizinische Information
Aktualisierung: 09.10.2013