Apothekennews

Das Blutbild bestimmen lassen

Wann lohnt sich ein großes Blutbild?

Ein großes Blutbild bieten nicht alle Hausärzte an. Dabei gibt es Aufschluss über viele mögliche Erkrankungen. Wann ist die umfangreiche Laboruntersuchung sinnvoll?

Für ein Blutbild genügt eine einfache Blutprobe vom Patienten. Die anschließende Auswertung im Labor gestaltet sich hingegen sehr komplex – insbesondere beim großen Blutbild. Während das kleine Blutbild die Zahl und Gestalt der roten Blutkörperchen sowie die Konzentration des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) umfasst, schließt das große Blutbild zusätzlich die weißen Blutkörperchen ein. Diese spielen eine wichtige Rolle für das Immunsystem. Im Labor werden sie aufgeschlüsselt in Monozyten, Lymphozyten und Granulozyten, weshalb Mediziner vom Differenzialblutbild sprechen.

Großes Blutbild informiert über Infektionen oder Mangelzustände

Das große Blutbild gibt dem Arzt genauere Hinweise auf mögliche Erkrankungen des Patienten – zum Beispiel auf Infektionskrankheiten, Erkrankungen der Leber oder Niere oder auf eine Schilddrüsenfehlfunktion. Auch über Mangelzustände verschafft das große Blutbild Klarheit, indem es über Nährstoffe im Blut wie Mineralstoffe, Vitamine und Eiweiße Auskunft gibt.

Gesetzliche Krankenkassen erstatten Blutbild nicht

Ein großes Blutbild erstellt am besten der Internist. Welche Blutwerte er im Labor bestimmt, hängt davon ab, über welche möglichen Erkrankungen der Patient Bescheid wissen möchte. Die Kosten für die Auswertung eines Blutbilds, ob klein oder groß, erstatten lediglich private Krankenkassen. Gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren haben dafür alle zwei Jahre Anspruch auf eine Blutuntersuchung, die Leberwerte, Cholesterin und den Blutzucker beinhaltet.

Quelle: Internisten im Netz


Richtig niesen und schnäuzen

Wohin mit den Erkältungskeimen?

Ob aus Schamgefühl oder aus Rücksicht auf die Mitmenschen: Viele Erkältete unterdrücken in der Öffentlichkeit ihren Niesreiz oder vermeiden es, sich zu schnäuzen. Doch wie gesund ist das?

Wer einen aufkommenden Niesreiz unterdrücken will, indem er seine Nase zuhält, tut sich keinen Gefallen: Durch den entstehenden Überdruck im Kopf drohen Äderchen und schlimmstenfalls das Trommelfell im Ohr zu platzen. Am besten niesen Erkältete in ein Taschentuch, alternativ in die Armbeuge, um die Mitmenschen vor einer Tröpfcheninfektion zu bewahren.

Bei Schnupfen nicht zu stark schnäuzen

Auch beim Schnupfen ist es sinnvoll, die Keime aus der verstopften Nase heraus zu befördern. Durch ständiges Hochziehen gelangen die Erreger womöglich von der Nase in den Rachen und unter Umständen in die Atemwege, was eine akute Bronchitis zur Folge haben könnte. Damit Sekret und Keime nicht durch zu starken Druck in die Nasenhöhlen gelangen, gilt auch beim Schnäuzen Vorsicht. Wolfgang Wagner von der KKH Kaufmännische Krankenkasse empfiehlt folgende Methode: „Vorsichtig in ein Papiertaschentuch schnäuzen, am besten beide Nasenlöcher getrennt und dabei nicht zu heftig schnauben.“ Das benutzte Taschentuch sollten Erkältete direkt im Anschluss entsorgen.

Erkältung von vornherein vermeiden

Am besten lässt man es gar nicht erst zu einer Erkältung kommen. Ansteckungsgefahr droht vor allem durch Türklinken, Treppengeländer und Haltegriffe in Bussen und Bahnen. Diese sollte man, wenn möglich, nicht anfassen oder sich anschließend gründlich die Hände waschen, ohne sich davor ins Gesicht zu fassen.

Quelle: KKH


Eisenmangel bei Herzschwäche

Experten fordern regelmäßigen Test

Patienten mit einer chronischen Herzschwäche leiden häufig unter einem Eisenmangel, der ihr Leiden noch verschlimmern kann. Experten fordern daher eine regelmäßige Überprüfung der Eisenwerte bei Herzpatienten.

Sind Sie ständig müde, können sich schlecht konzentrieren und bringen körperlich nicht die gewohnte Leistung? Schuld könnte ein Eisenmangel sein. Die Mangelerscheinung betrifft viele Menschen, besonders häufig aber Herzpatienten. Bei einer chronischen Herzschwäche nimmt der Körper nur vermindert Eisen aus dem Darm auf. Die verminderte Zufuhr erschwert es dem Herzmuskel, seine Pumpfunktion zu erfüllen.

Eisenstoffwechsel regelmäßig bei Herzpatienten prüfen

„In Anbetracht der Häufigkeit und klinischen Folgen des Eisenmangels sollte bei allen Patienten mit Herzschwäche routinemäßig der Eisenstoffwechsel überprüft werden“, fordert Dr. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Dabei sollten die Werte von Ferritin, Transferrin und Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) bestimmt werden. Letzterer zeigt, ob eine Blutarmut vorliegt.

Eisentabletten bei Herzschwäche unwirksam

Wird ein Eisenmangel festgestellt, muss etwa alle drei Monate intravenös eine Eiseninfusion verabreicht werden. „Eine Eisenzufuhr über eisenhaltige Tabletten ist nicht möglich, weil bei Herzschwäche eisenhaltige Tabletten vom Darm nicht aufgenommen werden können“, erklärt Meinertz.

Weitere Informationen zum Thema Herzschwäche erhalten Sie im Experten-Ratgeber „Das schwache Herz“, den Sie kostenfrei bei der Deutschen Herzstiftung online oder telefonisch unter 069 955128400 bestellen können.

Quelle: Deutsche Herzstiftung


2018 mit dem Rauchen aufhören

So gelingt der Neujahrsvorsatz

„Mit dem Rauchen aufhören“ ist neben „mehr Sport treiben“ und „gesünder ernähren“ einer der häufigsten Neujahrsvorsätze. Doch nicht jeder hält sich daran. Mit den folgenden Tipps gelingt der Nikotinverzicht.

Entzugssymptome mit Nikotinersatzmitteln lindern

Rauchen ist hierzulande nach wie vor ein weitverbreitetes Laster: Einer von vier Bundesbürgern greift zumindest gelegentlich zum Glimmstängel. Fast jeder zweite plant jedoch aufzuhören. Damit dies dauerhaft gelingt, gilt es Entzugssymptome wie Unruhe und Reizbarkeit abzumildern. Dazu eignen sich Nikotinersatzmittel. Gelegenheitsraucher können etwa zu Nikotinkaugummis greifen, während Kettenraucher mit Nikotinpflastern besser beraten sind.

Aufschieben, Ausweichen, Ablenken

Für Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer, sind Nikotinersatzmittel nur eine Übergangslösung: „Wer aufhören will, muss vor allem seine innere Einstellung ändern.“ Oft sei das Rauchen an bestimmte Gewohnheiten und Rituale gekoppelt, etwa den Morgenkaffee oder das Warten auf den Bus. Um das Verlangen in diesen Situationen zu unterbinden und die Gewohnheit dadurch zu ändern, helfen laut Benkert die drei „A-Tipps“:

  • Aufschieben: zum Beispiel erst zehnmal tief durchatmen
  • Ausweichen: etwa den Raucherbereich im Bahnhof meiden
  • Ablenken: jemanden anrufen, Musik hören oder einkaufen gehen


Um Mund und Hände anderweitig zu beschäftigen, eignet sich eine Zwischenmahlzeit in Form eines Apfels, ansonsten auch Lutscher oder Lutschbonbons.

Weitere Informationen und eine individuelle Beratung, wie der Rauchverzicht dauerhaft gelingt, gibt es in der Apotheke.

Quelle: ABDA


Fettleber durch Snacks & Softdrinks

Auf XXL-Packungen verzichten

Ob Cola in der 2-Liter-Flasche oder Schokolade als 300-Gramm-Tafel: Zu viel Zuckerhaltiges begünstigt die Entstehung einer Fettleber. Betroffene können die Erkrankung jedoch aufhalten.

Viele der heute in Industrieländern verbreiteten Krankheiten sind auf eine Ursache zurückzuführen: zu viel Zucker auf dem Speiseplan. Einer dieser Erkrankungen ist das metabolische Syndrom – „eine Risiko-Kombination aus Übergewicht, erhöhten Blutfettwerten, Bluthochdruck und Diabetes, die sehr häufig auch auf die Leber einen sehr negativen Effekt hat“, erklärt Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung.

Bei hohem Zuckerkonsum drohen Leberzirrhose und Krebs

Muss die Leber dauerhaft mehr Zucker aufnehmen als sie abbauen kann, lagert sie die Überschüsse in Form von Fett ein. Eine solche Fettleber weist mittlerweile jeder dritte Erwachsene hierzulande auf, auch unter Kindern nimmt die Zahl stetig zu. Zeigen sich anfangs noch keine ernsthaften Beschwerden, drohen schließlich eine Leberzirrhose und Leberzellkrebs.

Fettleber kann sich durch bessere Ernährung zurückbilden

Die gute Nachricht: Eine Fettleber kann sich zurückbilden – vorausgesetzt, die Betroffenen ändern dauerhaft ihren Lebensstil. Ist die Erkrankung nicht durch Alkoholkonsum verursacht, hilft neben mehr Bewegung vor allem eine gesündere Ernährung mit weniger Fett und Zucker. Unbedingt verzichten sollten Betroffene laut Manns auf zuckerreiche Snacks und Softdrinks in XXL-Packungen. „Ich weiß, dass es nicht einfach ist, Gewohnheiten wie den Genuss von süßen Snacks zwischendurch zu ändern, doch vielleicht gibt ein Arztbesuch mit einer Kontrolle der Leberwerte bei einer Blutuntersuchung den notwendigen Motivationsschub zu einem gesünderen Leben ab 2018“, hofft der Mediziner.

Quelle: Deutsche Leberstiftung


Weihrauch bei Multipler Sklerose?

Studie zeigt heilende Wirkung

Bereits die alten Ägypter sahen in Weihrauch ein bedeutendes Heilmittel. Nun zeigten Forscher, dass sich das Gummiharz zur Therapie der Multiplen Sklerose eignen könnte.

Weihrauch wird eine entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung nachgesagt, weshalb er sich etwa zur Behandlung einer rheumatoiden Arthritis oder der Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa eignet. Aufgrund fehlender Zulassungsstudien sind Weihrauch-Präparate hierzulande allerdings nicht als Arzneimittel erhältlich. Das könnte sich in Zukunft ändern: Ein norddeutsches Forscherteam hat nun vielversprechende Ergebnisse vorgelegt zur Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) mit Weihrauch.

Entzündungsaktivität nimmt durch Weihrauch ab

Unter Leitung der Kieler Neurologin Dr. Klarissa Stürner nahmen 28 MS-Patienten mit frühem Krankheitsstadium über acht Monate hinweg dreimal täglich Kapseln mit Weihrauchextrakt ein. MRT-Untersuchungen der Patienten zeigten: Die Entzündungsaktivität der Multiplen Sklerose hatte im Laufe der Behandlung deutlich abgenommen.

Weihrauch bei leichteren MS-Fällen eine Behandlungsoption?

Zwar befinde sich die Studie noch in einer frühen Phase, dennoch hätten die Ergebnisse die Erwartungen bereits jetzt übertroffen, erklärt Stürner. Da die Weihrauch-Therapie vergleichsweise geringe Nebenwirkungen aufweist, ist sie insbesondere bei leichteren MS-Fällen eine mögliche Behandlungsoption. MS-Patienten raten die Forscher jedoch ausdrücklich davon ab, eigenständig frei erhältliche Weihrauch-Präparate einzunehmen.

Quelle: Universitätsklinikum Schleswig-Holstein


Bei epileptischem Anfall helfen

Wie Sie sich am besten verhalten

Epileptische Anfälle verlaufen in der Regel harmlos und sind schnell wieder vorbei. Gelegentlich sind jedoch Erste-Hilfe-Maßnahmen notwendig. Wie Sie als Ersthelfer richtig reagieren.

Nicht jeder epileptische Anfall geht mit beängstigenden Krämpfen und Zuckungen am ganzen Körper einher. Manchmal ist nur ein einzelner Körperteil betroffen und nach wenigen Sekunden ist alles schon wieder vorbei. Außenstehende sind sich dann oft im Unklaren, ob und wie sie reagieren sollten. Im Folgenden erfahren Sie, welche Maßnahme in welcher Situation die richtige ist.

Tipp: Wenn Sie Ersthelfer bei einem epileptischen Anfall sind, versuchen Sie auf den Verlauf und die Dauer zu achten. Wenn Sie diese Beobachtungen dem Arzt oder Betroffenen mitteilen, erleichtert dies die weitere Behandlung.

Was ist bei kleineren epileptischen Anfällen zu tun?

Epileptiker verlieren während eines Anfalls nur selten komplett das Bewusstsein. Wirkt der Betroffene jedoch abwesend, verwirrt und desorientiert, sollten Sie ihn aus möglichen Gefahrensituationen, etwa im Straßenverkehr oder auf einer Treppe, herausführen und dafür sorgen, dass er nicht stürzt oder sich an Gegenständen wie Tischen oder Stühlen verletzt. Bleiben Sie dabei ruhig und fassen Sie die Person nicht zu hart an. Versuchen Sie stattdessen, Halt und Nähe zu vermitteln. Das ist auch dann noch wichtig, wenn die betroffene Person wieder klar denken kann, da der Anfall sie womöglich verunsichert zurücklässt.

Hinweis: Treten erstmals Symptome auf, die auf einen epileptischen Anfall hinweisen, sollten Sie in jedem Fall einen Notarzt rufen – auch bei geringer Ausprägung.

Was ist bei größeren epileptischen Anfällen zu tun?

Gefährlich ist ein epileptischer Anfall, wenn der Betroffene am ganzen Körper verkrampft, hinfällt und das Bewusstsein verliert. Auch hier gilt zuerst einmal, die Person vor (weiteren) Verletzungen zu schützen. Achten Sie dabei vor allem auf den Kopf, indem Sie für eine weiche Unterlage in Form eines Kissens oder einer Jacke sorgen. Lockern Sie beengende Kleidungsstücke, um dem Betroffenen das Atmen zu erleichtern. Haben Sie mögliche Verletzungsquellen beseitigt, sollten Sie dem Anfall seinen Lauf lassen. Das heißt: Halten Sie den Betroffenen nicht gewaltsam fest und führen Sie keine Gegenstände in den Mund ein, die verhindern sollen, dass er sich auf die Zunge beißt. Beides kann zu ernsten Verletzungen führen. In der Regel endet der epileptische Anfall nach wenigen Minuten von selbst. Wie bei leichteren Anfällen gilt: Bleiben Sie danach noch bei der Person und vermitteln Sie ihr Ruhe und Sicherheit.

Hinweis: Ist der Betroffene nach dem Anfall müde und möchte sofort schlafen, bringen Sie ihn zur Sicherheit in die stabile Seitenlage. Auf keinen Fall sollten Sie dies während eines epileptischen Anfalls probieren, da sonst Verletzungen drohen!

Wann wird aus einem epileptischen Anfall ein Notfall?

Da Betroffene für gewöhnlich nach wenigen Minuten wieder ansprechbar sind, können sie selbst entscheiden, ob ein Notarzt gerufen werden sollte. In manchen Fällen müssen Sie diese Entscheidung jedoch selbst treffen. Wählen Sie die 112 im Anschluss an die genannten Erstmaßnahmen, wenn

  • der Anfall länger als 5 Minuten dauert,
  • mehrere Anfälle hintereinander auftreten,
  • die Person Atemprobleme oder ernste Verletzungen hat,
  • Sie unsicher sind, ob es sich tatsächlich um einen epileptischen Anfall handelt,
  • die Person nicht wieder zu Bewusstsein kommt.


Quelle: gesundheitsinformation.de


Zuzahlungsbefreiung für 2018

Antrag schon jetzt möglich

Neues Jahr, neue Behördenanträge: Wer seine Zuzahlungen zu Kassenleistungen begrenzen will, kann schon jetzt einen Befreiungsantrag für das ganze Jahr 2018 stellen. Wann dies sinnvoll ist.

Bis zum 18. Lebensjahr erstatten die Krankenkassen Gesundheitsleistungen komplett, darunter Krankenhausbehandlungen, Rehabilitationsmaßnahmen oder Arzneimittel. Erwachsene sind hingegen zu einer Zuzahlung verpflichtet – die allerdings nie mehr als 10 Euro pro Medikament beträgt.

Höhe der Zuzahlungsbeträge ist gedeckelt

Wer besonders häufig Kassenleistungen in Anspruch nimmt, kann aufatmen: Jeder gesetzlich Versicherte ist von Zuzahlungen befreit, die zwei Prozent seines jährlichen Bruttoeinkommens überschreiten. Für chronisch Kranke gilt die Regelung bereits ab einem Prozent. Für Angehörige wie den Ehepartner können Freibeträge geltend gemacht werden. Ausgenommen von diesen Regelungen sind alle Versorgungsmaßnahmen, die die gesetzlichen Kassenleistungen übersteigen, so etwa Individuelle Gesundheitsleistungen.

Befreiungsantrag zu Jahresbeginn spart das Belegesammeln

Die Zuzahlungsbefreiung muss jedes Kalenderjahr neu bei der entsprechenden Krankenkasse beantragt werden. Ist abzusehen, dass die Zuzahlungsgrenze im Laufe des Jahres überschritten wird, lohnt es sich, bereits zu Beginn des Jahres einen Befreiungsantrag zu stellen und den entsprechenden Betrag vorab zu entrichten. Das erspart das Sammeln aller Belege für in Anspruch genommene Kassenleistungen. Auf Rezepten trägt der verordnende Arzt dann einen Befreiungsvermerk ein, zudem können Patienten in der Apotheke einen Befreiungsbescheid der Krankenkasse vorlegen.

Ab welchem Betrag die Zuzahlungsbefreiung gilt, können Sie mithilfe eines Zuzahlungsrechners ermitteln.

Quelle: Bayerische Landesapothekerkammer


Schmerzen infolge der Gürtelrose

Bleibenden Schäden vorbeugen

Wird eine Gürtelrose nicht frühzeitig konsequent behandelt, drohen bleibende Nervenschäden mit starken Schmerzen. Wie Betroffene sich verhalten sollten.

Eine Gürtelrose ist selbst schon unangenehm. Wird sie nicht fachgerecht behandelt, drohen darüber hinaus bleibende Nervenschäden mit brennenden, teils attackenartigen Schmerzen, Berührungsempfindlichkeit und Juckreiz. Unter Medizinern ist diese Komplikation als Post-Zoster-Neuralgie bekannt.

Schon bei ersten Krankheitszeichen handeln

Um zu verhindern, dass es infolge einer Gürtelrose zur Post-Zoster-Neuralgie kommt, müssen Betroffene frühzeitig handeln: „Möglichst innerhalb der ersten beiden Tage nach dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen wie den typischen schmerzhaften Bläschen sollte eine antivirale Behandlung beginnen“, betont Dr. Gereon Nelles vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte. „Gleichzeitig ist eine ausreichende Schmerztherapie ganz wichtig, damit die Beschwerden nicht chronisch werden.“ Hierfür bieten sich verschiedene Arzneimittel, die individuell unterschiedlich gut wirken: Neben Lidocain-haltigen Pflastern eignen sich einige Antidepressiva und Antikonvulsiva sowie Capsaicin. Rezeptfreie Schmerzmittel reichen für gewöhnlich nicht aus.

Ältere Personen sollten über Impfung nachdenken

Das Risiko, an einer Gürtelrose zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. Da sie bei älteren Personen auch häufiger einen schweren Verlauf nimmt, kann sich eine Impfung lohnen. Diese ist für Patienten ab 50 Jahren zugelassen, schützt jedoch nur für wenige Jahre zuverlässig. Vorab ist zudem zu klären, ob die Krankenversicherung die Impfkosten übernimmt.

Quelle: Neurologen und Psychiater im Netz


Botox: Nicht nur gegen Falten

Nervengift vielseitig einsetzbar

Botulinumtoxin kennen die meisten als Botox aus der Schönheitschirurgie. Doch das Nervengift hilft nicht nur gegen Falten, sondern auch gegen Erkrankungen.

Chronische Migräneattacken verursachen ein kaum vorstellbares Leid. Viele Betroffene hatten lange Zeit keine andere Wahl als die ständig wiederkehrenden heftigen Kopfschmerzen auszuhalten – bis die vorbeugende Wirkung von Botulinumtoxin entdeckt wurde. Das unter dem Handelsnamen Botox® bekannte Nervengift hemmt die Erregungsübertragung von Nervenzellen und verringert die Anzahl der Schmerzattacken bei vielen Migräne-Patienten deutlich.

Meilenstein in der Therapie der Reizblase

Die Zulassung zur Migräne-Prophylaxe im Jahr 2011 ist nur einer von vielen Erfolgen von Botox. Zwei Jahre später wurde der Wirkstoff zur Behandlung der Reizblase zugelassen – laut Experten ein Meilenstein in der Therapie. Auch gegen übermäßiges Schwitzen, Zähneknirschen und verschiedene Formen von Spasmen setzen Ärzte Botox erfolgreich ein. Mittlerweile diskutieren Mediziner die Anwendung bei Depressionen.

Medizinische Botox-Behandlung eventuell erstattungsfähig

Bei medizinischen Botox-Behandlungen können Patienten auf eine Kostenübernahme hoffen. Dies hängt allerdings von der Krankheitsgeschichte des Patienten und der Schwere seiner Erkrankung ab. „Patienten, deren Arzt eine Botox-Therapie auf Privatrechnung durchführen möchte, sollten sich wie bei allen individuellen Gesundheitsleistungen an ihre Krankenkasse wenden“, rät Heinz-Ulrich König von der Siemens-Betriebskrankenkasse. „Diese kann beraten, ob die Leistung tatsächlich keine Kassenleistung ist und gegebenenfalls bei der Suche nach einer Alternativtherapie helfen.“

Quelle: SBK, Pharmazeutische Zeitung


Senioren im Straßenverkehr

Gesundheitschecks unumgänglich

Ältere Verkehrsteilnehmer sind bei Unfällen besonders gefährdet. Experten empfehlen daher regelmäßige Gesundheitschecks, um ihre Fahrtauglichkeit zu überprüfen. Ein Fahrverbot für Senioren lehnen sie allerdings ab.

Ältere Autofahrer verursachen zwar seltener Unfälle mit Personenschaden als junge Fahranfänger. Allerdings werden sie selbst besonders häufig zum Opfer: Laut Zahlen des ADAC sind 30 Prozent der Verkehrstoten hierzulande 65 Jahre alt oder älter. Aufgrund schlechterer Hör- und Sehfähigkeit, verlangsamter Reaktionen sowie eingeschränkter Beweglichkeit sind Personen dieser Altersgruppe nicht immer in der Lage, in Gefahrensituationen angemessen zu reagieren. Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) fordert Senioren daher auf, regelmäßig ihre Gesundheit und Fahrtauglichkeit testen zu lassen.

Gesundheitschecks freiwillig, nicht verpflichtend

Verpflichtende Tests und eine Fahrerlaubnis nur mit Leistungszertifikat lehnen Experten allerdings ab. „Was wirklich hilft, sind regelmäßige, freiwillige Gesundheitschecks aus einer geriatrischen Perspektive, bei denen auch Mehrfacherkrankungen, die Medikamentenversorgung und altersbedingte Einschränkungen gezielt untersucht werden“, findet DGG-Präsident Jürgen M. Bauer. Solche Untersuchungen könnten etwa beim Hausarzt erfolgen. Jeder Fahrer müsse dabei individuell betrachtet und beraten werden.

Mobilität von Senioren so lange wie möglich erhalten

Auch taktische Anpassungen im Straßenverkehr zu besprechen, ist laut Wolter sinnvoll: „Senioren können auf Automatik-Getriebe umsteigen, um so ihre volle Aufmerksamkeit dem Straßenverkehr zu widmen. Außerdem sollten Stoßzeiten vermieden werden, ebenso das Autofahren bei schlechten Wetterbedingungen oder in der Dunkelheit.“

Der Experte sieht Geriater in der Pflicht, die Mobilität von Senioren so lange wie möglich zu erhalten. „Andernfalls verlieren viele Menschen zu früh an Autonomie und Selbstbewusstsein, was im Alter schwerwiegende Gesundheitsfolgen haben kann.“

Quelle: DGG


Essstörungen zunehmend verbreitet

Hoher Anstieg bei älteren Frauen

Die Zahl der Mädchen und Frauen, die an einer Essstörung leiden, nimmt immer weiter zu. Besonders hoch ist der Anstieg unter älteren Frauen. Die gesundheitlichen Folgen sind teils gravierend.

Essstörungen (Magersucht, Bulimie, Binge Eating) verzeichnen seit Jahrzehnten einen hohen Anstieg in der Bevölkerung. Zwar sind auch Jungen und Männer betroffen, laut einer Befragung der KKH Krankenkasse sind fünf von sechs Erkrankten allerdings weiblich. Eine neue Entwicklung ist der besonders starke Anstieg in der Generation 50plus: Zwischen 2006 und 2016 nahm in dieser Altersgruppe die Zahl der erkrankten Frauen um ganze 125 Prozent zu.

Nahestehende sollten auf Erkrankungsanzeichen achten

Wird gestörtes Essverhalten nicht frühzeitig erkannt und behandelt, drohen ernste körperliche und psychische Folgen wie hormonelle Veränderungen, Osteoporose und Depressionen. Nach wie vor sind Essstörungen jedoch gesellschaftlich stigmatisiert, weshalb die Betroffenen sie meist verschweigen oder selbst nicht wahrhaben wollen. Angehörige und nahestehende Personen sollten bei Verdacht auf typische Symptome achten. Dazu gehören:

  • gereizte oder gedrückte Stimmung
  • sozialer Rückzug
  • auffälliges Essverhalten (Diät als Dauerzustand, extrem einseitige Ernährung, Verzehr großer Mengen)
  • Gewichtsveränderungen.

Heilungschancen stehen bei einer Therapie gut

Erhärtet sich der Verdacht, ist es sinnvoll, die betroffene Person auf ihr verändertes Verhalten anzusprechen. Das Gewicht oder das Essverhalten sollten dabei aber nicht zu sehr im Mittelpunkt stehen. Bietet man Unterstützung an und motiviert zu weiterführender Hilfe, ist bereits viel gewonnen. Nehmen Erkrankte eine Therapie in Anspruch, stehen die Heilungschancen gut. „Den ersten wichtigen Schritt müssen Betroffene jedoch selbst gehen“, betont Präventionsexpertin Franziska Klemm, „das heißt ihre Erkrankung eingestehen und professionelle Hilfe suchen.“

Quelle: KKH


Schütteltrauma bei Babys

Wenn Eltern überreagieren

Beim Versuch, ihr schreiendes Baby durch Schütteln zu beruhigen, können Eltern schlimme Schäden anrichten. Eine neue Kampagne informiert über das Risiko des Schütteltraumas.

Einer aktuellen Umfrage zufolge vertritt jeder vierte Bundesbürger die Meinung, dass Schütteln einem Säugling nicht schadet. Das ist jedoch grundsätzlich falsch: Durch Schütteln können Blutgefäße und Nervenbahnen bei Babys reißen, wodurch bleibende geistige und körperliche Beeinträchtigungen drohen. 10–30 Prozent der Säuglinge sterben sogar an den Folgen eines solchen Schütteltraumas.

Dreimonatskoliken sind nicht ungewöhnlich

Die meisten Fälle ereignen sich, wenn Eltern oder andere Aufsichtspersonen sich durch ausgedehnte Schreiattacken des Babys – sogenannte Dreimonatskoliken – überfordert fühlen. Oft wissen sie sich nur mit Schütteln zu helfen. „Zwei Drittel der Befragten ist nicht darüber informiert, dass es intensive Schreiphasen im Säuglingsalter geben kann. 18 Prozent der Befragten glauben sogar, dass Babys manchmal nur schreien, um zu ärgern“, beklagt Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Bundesfamilienministerium will verstärkt aufklären

Sie betont daher: „Es ist wichtig, dass Eltern von Babys, die viel schreien, gut informiert sind und wissen, wo sie rechtzeitig Unterstützung finden können.“ Das Bundesfamilienministerium will sich verstärkt um Aufklärung der Eltern bemühen und ihnen Wege aufzeigen, mit schwierigen Erziehungssituationen besser umzugehen. Dafür steht auf der Website der Bundesinitiative Frühe Hilfen ein Infoblatt zum Schütteltrauma bereit. Weitere Informationen sowie ein Aufklärungsfilm finden sich ebenfalls auf der dortigen Website.

Wichtige Anlaufstellen für überforderte Eltern sind unter anderem Kinderärzte, Hebammen und Schreiambulanzen. Eine deutschlandweite Übersicht über Schreiambulanzen findet sich unter Schreibaby.de.

Quelle: BZgA


Mobbing in sozialen Medien

Kinder früh über Regeln aufklären

Vielen Kindern und Jugendlichen ist nicht klar, welche Verhaltensregeln im Internet gelten. Mobbing-Vorfälle sind daher keine Seltenheit. Experten sehen die Eltern in der Aufklärungspflicht.

Die Umgangsformen in den sozialen Medien unterscheiden sich teils deutlich von denen im Alltag. Nicht selten werden andere durch verletzende Kommentare oder das Teilen peinlicher Bilder und Videos im Cyberspace lächerlich gemacht. Der Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Ingo Spitczok von Brisinski warnt: „Es besteht die Gefahr, dass Kinder und Jugendliche Verunglimpfung und Kränkungen erleben und solchen Entwicklungen hilflos gegenüberstehen.“

Cyber-Mobbing kann drastische Folgen haben

Die Tragweite von Mobbing ist Kindern oft nicht bewusst. Was sie vielleicht als Scherz empfinden, hat für die Betroffenen teils dramatische Folgen – auch da sich problematische Inhalte nicht immer aus dem Internet entfernen lassen. Die Reaktionen von Mobbing-Opfern fallen ganz unterschiedlich aus, weiß Spitczok von Brisinski: „Einige sind eingeschüchtert und ziehen sich sozial zurück, um möglichst keine Angriffsfläche mehr zu bieten. Andere zeigen Niedergeschlagenheit oder Ängste und körperliche Beschwerden, wie Bauch- oder Kopfschmerzen und Schlafstörungen.“

Eltern sollten Kindern Online-Verhaltensregeln vermitteln

Wenn Eltern auf Mobbing-Vorfälle aufmerksam werden, ist es meist schon zu spät. Umso wichtiger ist es, den Nachwuchs vorbeugend darüber aufzuklären, was im Internet erlaubt ist und was nicht. Prinzipiell gelten im Cyberspace die gleichen Verhaltensregeln wie von Angesicht zu Angesicht. Dem Nachwuchs die Internet-Nutzung zu verbieten, sehen viele Experten hingegen nicht als Lösung – dafür sind Facebook, WhatsApp und Co. bereits viel zu verbreitet.

Quelle: Neurologen und Psychiater im Netz


Richtig Fieber messen

Welche Messmethode ist die beste?

Bei Fieber sollten Sie regelmäßig Ihre Temperatur messen. Doch welche Messmethode eignet sich für wen am besten? Und welche misst am exaktesten? Wir klären auf.

Fieber ist zwar nicht angenehm, aber dennoch ein gutes Zeichen: Die erhöhte Körpertemperatur kurbelt nämlich den Stoffwechsel an und unterstützt Ihr Immunsystem im Kampf gegen den Krankheitserreger. Je höher die Temperatur, desto schlechter ist jedoch das Wohlbefinden. Fieber jenseits der 39 Grad Celsius sollten Sie daher medikamentös senken. Mit einem Fieberthermometer haben Sie die Körpertemperatur jederzeit im Blick.

Hinweis: Berücksichtigen Sie bei der Messung, dass die Körpertemperatur abends grundsätzlich etwas höher ist als am Morgen.

Welche Fieberthermometer es gibt

Heutzutage eher unüblich sind analoge Glasthermometer. Sie lassen sich besonders leicht reinigen und desinfizieren, sind jedoch nicht bruchsicher und vergleichsweise umständlich abzulesen. Digitalthermometer erleichtern Ihnen das Ablesen durch die LCD-Anzeige, runden die Werte aber auf die erste Nachkommastelle. Sowohl mit dem Glas- als auch mit dem digitalen Fieberthermometer können Sie die Temperatur an drei verschiedenen Körperstellen messen: in der Achselhöhle (axillar), unter der Zunge (oral) oder im Po (rektal). In Arztpraxen und zunehmend auch privat verwendet werden Fieberthermometer mit Infrarot-Sensoren. Sie messen die Temperatur im Ohr oder an der Schläfe innerhalb von Sekunden. Für die Stirn gibt es mittlerweile sogar kontaktfreie Messgeräte.

Abweichungen zwischen zentraler und peripherer Temperatur

Das Problem an der Messvielfalt: Wenn Sie an verschiedenen Körperstellen gleichzeitig messen, erhalten Sie immer verschiedene Werte. Den exaktesten Wert bekommen Sie mit der rektalen Messung. Sie misst als einzige die zentrale und nicht die periphere Körpertemperatur, wird jedoch von vielen Erwachsenen als unangenehm empfunden. Die periphere Temperatur fällt für gewöhnlich geringer aus. Besonders hoch ist die Abweichung beim Fiebermessen unter dem Arm: Der angezeigte Wert kann bis zu 2 Grad Celsius unter der rektalen Körpertemperatur liegen, wodurch Sie vor allem leichte Temperaturanstiege schnell übersehen.

Hinweis: Periphere Temperaturmesswerte lassen sich aufgrund individueller und situativer Faktoren nicht einfach in die zentrale Körpertemperatur umrechnen. Versuchen Sie daher nicht, die tatsächliche Temperatur zu schätzen.

Erwachsene sollten im Mund messen

Für Erwachsene eignet sich am besten die Messung im Mund: Platzieren Sie das Thermometer dafür möglichst weit hinten unter der linken oder rechten Zungenseite und halten Sie den Mund während der Messung geschlossen. Die orale Fiebermessung dauert mindestens fünf Minuten – leiden sie an Schnupfen oder Husten, ist sie daher eher ungeeignet. Zudem dürfen Sie eine halbe Stunde vor dem Messen nichts Warmes oder Kaltes essen und trinken, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Verglichen mit der rektalen Temperatur fällt der orale Messwert um bis zu 0,5 Grad Celsius geringer aus.

Bei kleinen Kindern am besten im Po messen

Babys und kleineren Kindern dürfte es schwerfallen, den Mund geschlossen und die Zunge ruhig zu halten. Messen Sie bei Ihnen die Temperatur am besten im Po. Legen Sie das Kind dafür auf den Rücken und halten Sie seine Beine hoch. Wenn Sie das Thermometer vorher dünn eincremen, rutscht es besser und tut dem Kleinen nicht weh. Es reicht, die Spitze des Thermometers einzuführen, also eineinhalb bis zweieinhalb Zentimeter. Reinigen Sie nach der Messung unbedingt Ihre Hände und das Fieberthermometer, da sich im Analbereich Krankheitserreger befinden können.

Alternativ bei kleinen Kinder: im Ohr messen

Ist die Rektalfiebermessung für das Kind unangenehm, empfiehlt sich die Messung im Ohr. Dabei ist es wichtig, dass der Messfühler des Thermometers in Richtung Trommelfell zeigt. Ziehen Sie das Ohr des Kindes dafür leicht nach hinten und nach oben. Neben der falschen Positionierung ist Ohrenschmalz eine mögliche Quelle für Messfehler. Verglichen mit der rektalen Messung fällt der Wert um etwa 0,5 bis 1 Grad Celsius geringer aus.

Tipp: Um die Temperatur Ihres schlafenden Kindes zu prüfen, eignet sich die berührungslose Messung an der Stirn. Der ermittelte Wert hängt jedoch vergleichsweise stark von der Umgebungstemperatur ab.

Quelle: gesundheitsinformation.de


Notdienst der Apotheken

Bereitschaft rund um die Uhr

Wer über die Feiertage plötzlich erkrankt, muss nicht bis zum nächsten Werktag auf Medikamente und fachliche Beratung warten – dem Apotheken-Notdienst sei Dank.

Rund 2000 Apotheken decken Versorgungsbedarf

Jede Nacht nutzen mehr als 20.000 Patienten deutschlandweit den Notdienst von rund 2000 Apotheken. Auch wenn die Apotheken sich untereinander abwechseln, ist täglich 24 Stunden sichergestellt, dass jeder Bundesbürger in zumutbarer Entfernung Versorgung findet. Nachts muss der diensthabende Apotheker manchmal aber erst „herbeigeklingelt“ werden: Mit einer Sondergenehmigung darf er sich nämlich während der Bereitschaft daheim aufhalten – solange er dort uneingeschränkt erreichbar ist und bei Bedarf schnell in der Apotheke ist.

Notdienst-Leistungen kosten 2,50 Euro

Wer den Notdienst zwischen 8 Uhr abends und 6 Uhr morgens in Anspruch nimmt, zahlt dafür eine Gebühr von 2,50 Euro – unabhängig von der Länge der Beratung oder der Menge an eingelösten Rezepten oder gekauften Medikamenten. An Sonn- und Feiertagen ist die Gebühr ganztägig fällig. Bei Rezepten, auf denen das Kästchen „noctu“ angekreuzt ist, übernehmen hingegen die Krankenkassen die Gebühr. Sie gelten für Notfall-Patienten und müssen unverzüglich in einer Apotheke eingelöst werden

Wie Sie eine Notdienst-Apotheke in Ihrer Nähe finden

Welche Apotheken in Ihrer Nähe Notdienst haben, können Sie telefonisch erfragen über die Mobilnummer 22833 (69 ct/min) oder die kostenlose Festnetznummer 0800 00 22833. Im Internet bietet apotheken.de hier eine Suchfunktion. Diese ist auch Teil der apotheken.de-App, die Android-Nutzer hier und iOS-Nutzer hier herunterladen können.

Quelle: Apothekerkammer Niedersachsen


Plätzchen trotz Diabetes?

Über Feiertage in Maßen schlemmen

Zur Weihnachtszeit wird in vielen Familien herzhaft geschlemmt. Diabetiker müssen sich dabei zwar zurückhalten – aber nicht gänzlich verzichten. Worauf Betroffene achten sollten.

Glühwein und gebrannte Mandeln auf dem Weihnachtsmarkt, Gänsebraten und Christstollen daheim: Die Adventszeit lockt mit vielen Köstlichkeiten – die jedoch reich an Kohlenhydraten und Fett sind. Besonders ungünstig für Diabetiker sind kurzkettige Kohlenhydrate (= Zucker). Sie dürfen daher nicht einfach nach Herzenslust schlemmen. „Wenn sie einige Dinge berücksichtigen, müssen sie trotzdem nicht ganz darauf verzichten“, beruhigt die Diabetesberaterin Dr. Astrid Tombek.

Fett- und zuckerreiche Speisen ersetzen oder abwandeln

„Für Menschen mit Diabetes Typ 1, die Insulin spritzen, ist insbesondere wichtig, die Menge an Kohlenhydraten der verschiedenen Gerichte zu kennen“, betont die Expertin. Vor allem zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten treiben den Blutzuckerspiegel schnell in gefährliche Höhen. Laut Tombek eignen sich Haferflockenplätzchen oder Zimteis als gesunde Alternativen zu Lebkuchen und Spekulatius.

Typ-2-Diabetiker müssen zudem ihre Fett- und Kalorienzufuhr einschränken. Üppige Weihnachtsgerichte aus Braten, Klößen und Soße sollten sie abwandeln, indem sie zum Beispiel weniger Sahne verwenden, die Größe der Portionen reduzieren und dafür mehr von den Gemüsebeilagen essen.

Im Winter Bewegung nicht vernachlässigen

Ein zusätzliches Problem in der Adventszeit ist, dass vielen Menschen bei den kalten Temperaturen die Motivation fehlt, sich zu bewegen. „Zusammen mit kalorien- und zuckerreichen Mahlzeiten ist anhaltender Bewegungsmangel aber eine ungünstige Kombination“, warnt Tombek. Gerade Diabetiker sollten daher regelmäßige Winterspaziergänge einplanen. Mit dem Hund rausgehen, Schlittschuhlaufen oder Rodeln sind nicht nur gesund, sondern machen auch Spaß.

Quelle: Deutsche Diabeteshilfe


Stillen gesund für Mutter und Kind

Bei Stillproblemen in die Apotheke

Vom Stillen profitieren Babys und Mütter gleichermaßen. Bei manchen Müttern ist die Brusternährung allerdings mit Schmerzen verbunden. Hilfe bekommen sie in der Apotheke.

Muttermilch ist für Säuglinge nicht nur das natürlichste, sondern auch das gesündeste Nahrungsmittel. Die WHO empfiehlt, Babys in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich zu stillen. Dr. Volker Schmitt, Sprecher der Apotheker in Bayern, erklärt den gesundheitlichen Nutzen: „Die in der Muttermilch enthaltenen Antikörper und weitere Immunstoffe sorgen bei Ihrem Kind für ein besseres Abwehrsystem und einen hohen Schutz vor Allergien – und dies weit über die Stillzeit hinaus.“

Stillen senkt Risiko für Brust- und Eierstockkrebs

Stillen hat noch mehr Vorzüge: Das Gehirn sowie die Kiefer- und Gesichtsmuskulatur des Säuglings entwickeln sich besser und das Risiko eines plötzlichen Kindstodes sinkt. Auch Mütter profitieren vom Stillen, indem sie seltener an Brust- oder Eierstockkrebs erkranken. Daneben fördert Stillen die Rückbildung der Gebärmutter nach der Geburt.

Hilfsmittel gegen Schmerzen beim Stillen

Mütter, denen das Stillen Schmerzen bereitet, können sich in der Apotheke Rat holen und Hilfsmittel besorgen wie Brusthütchen, spezielle Kompressen und Brustwarzensalben. „Bei entzündeten Brustwarzen hilft beispielsweise hochreines Lanolin aus der Apotheke. Es wird dünn aufgetragen und muss vor dem Stillen nicht entfernt werden“, erklärt Schmitt. Daneben verschaffen Kältepackungen Linderung.

Weitere Erklärungen und praktische Tipps zum Stillen stehen auf der Website des Wissenschaftlichen Instituts für Prävention im Gesundheitswesen zum Download bereit.

Quelle: Bayerische Landesapothekerkammer


Gelenkbeschwerden im Winter

Auch bei Kälte viel bewegen

Nasskaltes Wetter ist Gift für kranke Gelenke. Wer an Gicht, Arthrose oder Rheuma leidet, sollte daher im Winter einige Verhaltensregeln beherzigen, um übermäßige Schmerzen zu vermeiden.

Stoffwechsel läuft im Winter mit angezogener Handbremse

Im Winter nehmen bei vielen Menschen mit chronischen Gelenkerkrankungen die Beschwerden zu. Grund dafür ist vor allem, dass der Stoffwechsel bei Kälte nur mit angezogener Handbremse läuft. Dadurch dickt unter anderem die Gelenkflüssigkeit ein, was bei Arthrose-Patienten Reibungsschmerzen in den Gelenkknochen verursacht. Bei einer Gicht-Erkrankung führt kaltes Wetter zu vermehrten Harnsäure-Ablagerungen in den Gelenken, was die Symptome verschlimmert. Menschen mit rheumatischen Erkrankungen reagieren wiederum besonders sensibel auf nasskalte Temperaturen – Behandlungen mit trockener Kälte lindern ihre Beschwerden.

Schlechte Durchblutung fördert Gelenkschmerzen

Einen weiteren Grund für Beschwerden im Winter vermuten Experten in den sogenannten Kälteagglutininen. „Dabei handelt es sich um Antikörper, die bei niedrigen Temperaturen die Gefäße verengen und zu verminderter Durchblutung führen“, erklärt Jürgen Philipp vom Serviceteam der KKH Kaufmännische Krankenkasse. Folgen sind verspannte Muskeln und steife Gelenke. „Wichtig ist es deshalb, die Gelenke sowohl im Freien als auch im Haus möglichst warm zu halten und sich trotz Schmerzen zu bewegen, um den Körper besser zu durchbluten.“ Ob sich Wärmebehandlungen in Form von Bädern oder Saunabesuchen zur Schmerzlinderung eignen, hängt von der individuellen Erkrankung ab und sollte mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden.

Quelle: KKH


Brandverletzungen im Haushalt

Risiko besonders zur Weihnachtszeit

Ob Kaminfeuer, brennende Kerzen oder die Tasse heißer Glühwein: Zur Weihnachtszeit tun sich im Haushalt viele Gefahrenquellen für Verbrennungen und Verbrühungen auf. Wie sich Risiken minimieren lassen.

Zu Verbrennungen oder Verbrühungen kommt es meist, wenn Kleinkinder versehentlich etwas Heißes berühren. „Bei kleinen Kindern ist die Haut noch besonders dünn und kann leicht geschädigt werden“, erklärt Dr. Utta Petzold von der Barmer Ersatzkasse. „Eine Tasse mit heißem Tee reicht schon aus, um schwere Verbrühungen beim Kind hervorzurufen.“ Verbrennen oder verbrühen sich kleine Kinder, sollten Eltern daher in jedem Fall einen Arzt aufsuchen.

Gefahrenquellen außer Kinder-Reichweite aufbewahren

Neben heißen Flüssigkeiten sind Bügeleisen, Herdplatten, brennende Kerzen, Streichhölzer und Feuerzeuge typische Gefahrenherde im Haushalt. Sie sind daher stets außer Reichweite von Kleinkindern abzustellen bzw. aufzubewahren. Zur Weihnachtszeit sollte um der Sicherheit willen elektrischen Kerzen am Christbaum der Vorzug gegeben werden.

Feuerlöscher griffbereit haben

Auch ältere Menschen sind, nicht nur in der Weihnachtszeit, häufiger von Brandverletzungen betroffen, da sie teilweise Gefahren falsch einschätzen und in ihrer Reaktionszeit beeinträchtigt sind. Vor allem beim Umgang mit brennenden Kerzen sollten sie einen Feuerlöscher oder einen Eimer mit Wasser bereitstehen haben.

Bei starken Schmerzen oder Blasenbildung zum Arzt

Kommt es trotz aller Vorsicht zu einer Verbrennung, signalisieren starke Schmerzen oder Blasenbildung die Notwendigkeit, einen Arzt aufsuchen. Leichtere Verbrennungen können Erwachsene hingegen selbst zu Hause versorgen, so lange die betroffene Fläche nicht zu groß ist. „Als erstes sollte man kleine betroffene Hautpartien unter fließendem Wasser in Zimmertemperatur mindestens zehn Minuten lang kühlen“, weiß Petzold. Anschließend können feuchte Umschläge Linderung verschaffen.“

Weitere Informationen, was bei Verbrennungen zu tun ist: Homöopathie bei Verbrennungen

Quelle: Barmer